NZZ - «Radikale Projekte sind bei uns mehr als willkommen»
Nachrichten März 2021
Nachrichten Februar 2021
Nachrichten Januar 2021
Nachrichten Dezember 2020
Nachrichten November 2020
Nachrichten Oktober 2020
Nachrichten September 2020
Nachrichten August 2020
Nachrichten Juli 2020
Nachrichten Juni 2020
Nachrichten Mai 2020
Nachrichten April 2020
Nachrichten März 2020
Nachrichten Februar 2020
Nachrichten Januar 2020
Nachrichten Dezember 2019
Nachrichten November 2019
Nachrichten Oktober 2019
Nachrichten September 2019
Nachrichten August 2019
Nachrichten Juli 2019
Nachrichten Juni 2019
Nachrichten Mai 2019
Nachrichten April 2019
Nachrichten März 2019
Nachrichten Februar 2019
Nachrichten Januar 2019
Nachrichten Dezember 2018
Nachrichten November 2018
Nachrichten Oktober 2018
Nachrichten September 2018
Nachrichten August 2018
Nachrichten Juli 2018
Nachrichten Juni 2018
Nachrichten Mai 2018
Nachrichten April 2018
Nachrichten März 2018
Nachrichten Februar 2018
Nachrichten Januar 2018
Nachrichten Dezember 2017
Nachrichten November 2017
Nachrichten Oktober 2017
Nachrichten September 2017
Nachrichten August 2017
Nachrichten Juli 2017
Nachrichten Juni 2017
Nachrichten Mai 2017
Nachrichten April 2017
Nachrichten März 2017
Nachrichten Februar 2017
Nachrichten Januar 2017
Nachrichten Dezember 2016
Nachrichten November 2016
Nachrichten Oktober 2016
Nachrichten September 2016
Nachrichten August 2016
Nachrichten Juli 2016
Nachrichten Juni 2016
Nachrichten Mai 2016
Nachrichten April 2016
Nachrichten März 2016
Nachrichten Februar 2016
Nachrichten Januar 2016
Nachrichten Dezember 2015
Nachrichten November 2015
Nachrichten Oktober 2015
Nachrichten September 2015
Nachrichten August 2015
Nachrichten Juli 2015
Nachrichten Juni 2015
Nachrichten Mai 2015
Nachrichten April 2015
Nachrichten März 2015
Nachrichten Februar 2015
Nachrichten Januar 2015
Nachrichten Dezember 2014
Nachrichten November 2014
Nachrichten Oktober 2014
Nachrichten September 2014
Nachrichten August 2014
Nachrichten Juli 2014
Nachrichten Juni 2014
Nachrichten Mai 2014
Nachrichten April 2014
Nachrichten März 2014
Nachrichten Februar 2014
Nachrichten Januar 2014
Nachrichten Dezember 2013
Nachrichten November 2013
Nachrichten Oktober 2013
Nachrichten August 2013
Nachrichten Juli 2013
Nachrichten Juni 2013
Nachrichten Mai 2013
Nachrichten April 2013
Nachrichten März 2013
Nachrichten Februar 2013
Nachrichten Januar 2013
Nachrichten Dezember 2012
Nachrichten November 2012
Nachrichten Oktober 2012
Nachrichten September 2012
Nachrichten August 2012
Nachrichten Juli 2012
Nachrichten Juni 2012
Nachrichten Mai 2012
Nachrichten April 2012
Nachrichten März 2012
Nachrichten Februar 2012
Nachrichten Januar 2012
Nachrichten Dezember 2011
Nachrichten November 2011
Nachrichten Oktober 2011
Nachrichten September 2011
Nachrichten August 2011
Nachrichten Juli 2011
Nachrichten Juni 2011
Nachrichten Mai 2011
Nachrichten April 2011
Nachrichten März 2011
Nachrichten Februar 2011
Nachrichten Januar 2011
Nachrichten Dezember 2010
Nachrichten November 2010
Nachrichten Oktober 2010
Nachrichten September 2010
Nachrichten August 2010
Nachrichten Juli 2010
Nachrichten Juni 2010
Nachrichten Mai 2010
Nachrichten April 2010
Nachrichten März 2010
Nachrichten Februar 2010
Nachrichten Januar 2010
Nachrichten Dezember 2009
Nachrichten November 2009
Nachrichten Oktober 2009
Nachrichten September 2009
Nachrichten August 2009
Nachrichten Juli 2009
Nachrichten Juni 2009
Nachrichten Mai 2009
Nachrichten April 2009
Nachrichten März 2009
Nachrichten Februar 2009
Nachrichten Januar 2009
Nachrichten Dezember 2008
Nachrichten November 2008
Nachrichten Oktober 2008
Nachrichten September 2008
Nachrichten August 2008
Nachrichten Juli 2008
Nachrichten Juni 2008
Nachrichten Mai 2008
Nachrichten April 2008
Nachrichten März 2008
Nachrichten Februar 2008
Nachrichten Januar 2008
Nachrichten Dezember 2007
Nachrichten November 2007
Nachrichten Oktober 2007
Nachrichten September 2007
Nachrichten August 2007
Nachrichten Juli 2007
Nachrichten Juni 2007
Nachrichten Mai 2007
Nachrichten April 2007
Nachrichten März 2007
Nachrichten Februar 2007
Nachrichten Januar 2007
Nachrichten Dezember 2006
Nachrichten November 2006
Nachrichten Oktober 2006
Nachrichten September 2006
Nachrichten August 2006
Nachrichten Juli 2006
Nachrichten Juni 2006
Nachrichten Mai 2006
Nachrichten April 2006
Nachrichten März 2006
Nachrichten Februar 2006
Stunde null des Schweizer Films zum Auftakt des Filmfestivals Locarno. Im Schweizer Filmschaffen herrscht Unruhe, die marktbetonte Förderung durch den Bund steht in der Kritik. Das frühere «cinéma copain» der gegenseitigen Unterstützung unter Filmschaffenden habe sich auf die Ebene der öffentlichen Filmförderung verlagert, heisst es.(...)
Es herrsche Intransparenz und Wirrnis im Umgang der Sektion Film mit verschiedensten Vertretern der Branche, sagen Leute, die nicht zitiert werden wollen. Schwachstellen der Filmsektion werden in der Kommunikation mit der Filmszene und in der oft etwas vorlauten Ankündigung von grossen Hoffnungsträgern geortet und darin, dass sich diese gehäuft als finanzielle und inhaltlich-qualitative Enttäuschung herausstellten. Nicolas Bideau selbst betrachtet Letzteres im Gespräch als ein «Risiko des Business», während er den Vorwurf der Intransparenz energisch zurückweist: Er pflege eine sorgfältige Vernehmlassungspolitik und höre sich unparteiisch sämtliche Vertreter der Branche an: «Ich konsultiere sehr sorgfältig», erklärt er.
Bestimmt liegt nicht alle Verantwortung an der gegenwärtigen Misere bei der Sektion Film und ihrem Leiter, dem selbsternannten «Monsieur Cinéma». Dass die Schweizer Spielfilmproduktion oft harmlose Komödchen ohne Aussage auf unsere Leinwände hievt, die das Publikum nicht in Horden in die Kinos locken, dafür kann das BAK nichts.
«Radikale Projekte sind bei uns mehr als willkommen», erklärt Bideau. Woran aber liegt es dann, dass ein solches Ächzen und Harzen das Spielfilmschaffen quält? Wo sind die Filme, deren Inhalte wie die mantrahaft zitierten Autorenwerke Alain Tanners, Claude Gorettas und Michel Soutters in den siebziger Jahren das Kinopublikum bewegen, stechen, faszinieren und die so auch international Aufmerksamkeit auf sich ziehen? Weshalb gibt es keine Margarethe von Trotta, keinen Lars von Trier oder Michael Haneke in der Schweiz?
Pascal Trächslin, Geschäftsführer der Produktionsfirma Cineworx, weist auf mangelndes Geld für das Filmschaffen hin und darauf, dass eine stete Konzentration des wenigen Geldes auf immer weniger, grössere Produzenten stattfinde. «Dadurch nimmt der Druck auf die einzelnen Akteure in der Branche immens zu», sagt Trächslin. Eine künstlerische Schwachstelle ortet die Filmemacherin Bettina Oberli, deren (ohne Bundesgelder finanzierter) Zweitling DIE HERBSTZEITLOSEN 2006 sämtliche Zuschauerrekorde eines Schweizer Films gesprengt hatte: «Wir nehmen uns in unseren Filmprojekten zu wenig ernst.» Man spüre aus den Geschichten keine Dringlichkeit, keinen Willen zur Aussage, meint Oberli. Dokumentarfilmer Matthias von Gunten (MAX FRISCH, CITOYEN) führt diesen Gedanken weiter: «Das Hauptproblem liegt darin», so von Gunten, «dass der klassische Autorenfilm als unprofessionell in Verruf geraten ist.» Professionell hingegen bedeute jetzt Filmindustrie, Arbeitsteilung, eine wichtigere Rolle der Produzenten dabei habe man übersehen, dass die internationalen Erfolge etwa an den grossen Filmfestivals wie Cannes und Venedig immer Autorenfilme seien: «In ihren Versuchen, Filme zu machen, die aussehen wie richtige Blockbuster, sind den Filmemachern ihre inhaltliche Ernsthaftigkeit und ihre eigene Sprache abhandengekommen.» Auch für Produzent Christian Davi von der Zürcher Produktionsfirma Hugofilm (VITUS) liegt das Problem in einer künstlerischen Verunsicherung, die nach mehr Mut zum Inhalt verlange. Nur sieht er die Lösung gerade umgekehrt in einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Autoren und Produzenten.