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critic.de - IN ANOTHER COUNTRY

25.5.2012

Texte

Wenn IN ANOTHER COUNTRY ein Experiment ist, dann sind wir dessen Versuchskaninchen. Anne und die koreanischen Männer, ihre Anziehung zum Rettungsschwimmer, ihre Sehnsucht nach dem Liebhaber, ihre pseudo-spirituelle Sinnsuche, das sind immer Neujustierungen einer gleichen Geschichte, die sich nicht nur vervollständigt, an Komplexität gewinnt, sondern auch fortgeschrieben wird. Die Unterschiede, das Spiel mit Wiederholung und Veränderung, das sind Nebelwerfer, ein großer Spaß, aber auch Makulatur. Sie ermöglichen es Hong, auf eine klassische Erzählung zu verzichten, Mini-Plots aneinander zu reihen, ohne ihnen viel Aufmerksamkeit zuzumessen, und somit der unmittelbaren Lebendigkeit viel Raum zur Entfaltung zu lassen. Wie wir uns zu dieser Lebendigkeit verhalten, die Handlungen interpretieren, uns in den Optionen verheddern und beginnen, an Zufälle und Wahlmöglichkeiten zu glauben, die Protagonisten ernst zu nehmen im jeweiligen Moment, sie mit Leben, mit Projektion zu füllen, das ist Hongs Zauber.
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