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Bieler Tagblatt - Unruhe in Schweizer Filmbranche

16.1.2009

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Es brodelt in der Schweizer Filmbranche: Nachdem Schweizer Filmverbände dem obersten Filmchef Nicolas Bideau unter anderem Eigenmächtigkeit vorgeworfen haben, kanzelte er sie in einem Interview als "krank" ab. Die Verbände seien zerstritten und ihre Mitglieder fühlten sich von ihnen nicht mehr angemessen vertreten, erklärte der Leiter der Sektion Film im Bundesamt für Kultur (BAK) in einem Interview mit dem "Tages-Anzeiger".

Diese Einschätzunge beruhe "auf einer nicht nachvollziehbaren, rein persönlichen Wahrnehmung von Herrn Bideau", konterten am Abend die Verbände ARF/FDS, GARP und der Studiofilmverband SSV in einem gemeinsamen Communiqué.

"Da Bideau Verbände nach eigenen Aussagen nicht schätzt und nachweisbar bestrebt ist, die Filmpolitik unter Umgehung dieser Berufsverbände zu gestalten, könnte seine Wahrnehmung tatsächlich getrübt sein", heisst es weiter. Die Verunglimpfung der Verbände erleichtere es dem BAK-Filmchef, "Filmpolitik ad personam zu betreiben". Bideaus Aussage, viele Mitglieder seien aus Unzufriedenheit mit den Verbänden ausgetreten, widersprach Stefan Haupt, Präsident des Verbandes Filmregie und Drehbuch Schweiz (ARF/FDS) auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Das Gegenteil sei der Fall, erklärte er. Sein Verband erlebe sogar einen erhöhten Zustrom.Von Zerstrittenheit unter den Verbänden könne keine Rede sein, ergänzte Ruth Waldburger, Vorstandsmitglied der Gruppe Autoren, Regisseure, Produzenten (GARP). Obwohl die Verbände unterschiedliche Ziele verfolgten, arbeiteten sie eng zusammen.
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