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Hidden Heart


3. Dezember 1967 – eine Nacht die die Welt veränderte. Das erste menschliche Herz wurde erfolgreich in Südafrika transplantiert,einem Land mit den härtesten Rassenbestimmungen auf der Welt. Der Herzchirurg Christian Barnard wurde über Nacht zum gefeierten Weltstar wie kein anderer zuvor. Barnard hat aber die Erfolgsgeschichte der ersten Herztransplantation nicht alleine geschrieben.Post-Apartheid 2001: Zeitungsmeldungen melden Hamilton Naki, ein schwarzer Gärtner, wäre genauso an der legendären Transplantation beteiligt gewesen. HIDDEN HEART erzählt von Glamour, Ungerechtigkeit und Aufbruch.

"Cristina Karrer und Werner Schweizer zeichnen darin unter Beizug von äusserst wachen Zeitzeugen und ergiebigem Archivmaterial Vorgeschichte, Ereignis und Folgen der im Dezember 1967 in Kapstadt vorgenommenen ersten Transplantation eines menschlichen Herzens durch den weissen Südafrikaner Christiaan Barnard nach. Köstlich, wie etwa Barnards erste Frau abends zu Hause Herzklappen näht; von angelsächsisch schwarzem Humor hingegen die Anekdote, wie der Frauenheld Barnard bei einem Vortrag in einem Hotel immer das Fenster im Auge behielt, um zu sehen, ob sich seine Frau tatsächlich mit einem an ihn gerichteten Liebesbrief Gina Lollobrigidas in der Hand aus einem obern Stockwerk stürzen würde.
Anlass zu HIDDEN HEART war aber die Ergründung der Rolle Hamilton Nakis bei diesen frühen Versuchen von Herztransplantationen an Tieren und Menschen. Der schwarze Laborassistent ohne die geringste akademische Ausbildung war der bevorzugte Mitarbeiter Barnards, der keinen Rassendünkel besass, und muss ein genialer Chirurg gewesen sein. Die Frage, ob es Naki war, der die erste Herzverpflanzung an einem Menschen durchführte, erscheint nicht abschliessend geklärt. Klug lässt der Film erkennen, dass es auch hier nicht einfach eine einzige Wahrheit gibt. Ohne auch nur einmal moralisierend Zeigefinger und Stimme zu erheben, machen Journalistin und Filmemacher durch sorgfältige Recherche in einem kleinen gesellschaftlichen Teilbereich die Verheerungen der Apartheidpolitik sichtbar. Historisches wie zeitgeschichtliches Dokument, verfährt der Film zugleich höchst formbewusst, so in den unaufdringlich suggestiven Spielszenen, die das Geschehen im Operationssaal reflektieren.
Christoph Egger, NZZ

"Ohne den Anspruch, alle Fragen restlos zu beantworten, erzählt der Dokumentarfilmin Interviews mit Freunden, Angehörigen und Mitarbeitenden von Barnardund Naki, mit historischen Film- und Fotodokumenten und nachgestellten Szenen von zweiMenschen, deren Biographien eine Zeitlang parallel liefen und sich kreuzten, die aufgrundder Rassentrennung aber gänzlich andere Voraussetzungen und einen völlig anderen Ausganghatten: Individuelle Schicksale und die Geschichte Südafrikas der letzten fünfzig Jahrenbeleuchten sich gegenseitig."
Zürcher Filmpreis