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Sennhausers Filmblog GARE DU NORD von Claire Simon

10.8.2013

Vor 27 Jahren machte der junge Luc Besson mit SUBWAY eine Pariser Metrostation zu einem extrem lebendigen Oekosystem menschlicher Protagonisten und ihrer Geschichten. Nun gelingt dem Multitalent Claire Simon (von ihr stammt der brillante Dokumentarfilm COUTE QUE COUTE) eine fast dokumentarisch angelegte Ausweitung des Prinzips auf den Pariser GARE DU NORD. (...)
GARE DU NORD ist zwar ganz klar geschrieben und konstruiert. Aber die Menschen, die der Film vorstellt, die wirken real. Und sie wirken nach. Ein Vorbild für den Film könnte durchaus der dreiundachtzig Jahre alte Halb-Dokumentar- Klassiker MENSCHEN AM SONNTAG von Robert Siodmak und Edgar G. Ulmer sein.
Arbeitslose und Heimatlose, Ausreisserinnen und Herumhänger, Kranke, Verliebte und Polizisten, ein Vater auf der Suche nach seiner Tochter, Aktivisten und Proteste, Selbstmörder, Verrückte und Wachpersonal, Verkäuferinnen und Kellner, Immigranten und Sans papiers – sie alle passieren den Bahnhof, arbeiten da, leben da, oder sterben. Das packt einen von der ersten Minute an und verkommt dennoch nie zu einem dieser perfekt totgeschriebenen Spielfilmsysteme, wie sie Hollywood mit CRASH oder ähnlichen Publikumserfolgen durchexerziert hat. (...)
GARE DU NORD ist der erste grosse Leopardenkandidat im diesjährigen Wettbewerb von Locarno.
http://sennhausersfilmblog.ch/



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