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Verfolgt

Festival del Film Locarno 2006 - Pardo d'oro Cinéastes du Présent

Verfolgt

Deutschland 2006 87'

Regie: Angelina Maccarone
Drehbuch: Susanne Billig
Kamera: Bernd Meiners
Ton: Dirk Homann
Schnitt: Bettina Böhler
Musik: Jakob Hansonis, Hartmut Ewert
Produktion: MMM Film GmbH
Mit: Maren Kroymann, Kostja Ullmann


Dieses Psychodrama erzählt die sadomasochistische Beziehung zwischen einer 50-jährigen Frau und einem 16-jährigen Jungen. VERFOLGT zoomt diese Beziehung ganz nah an den Zuschauer heran. Elsa ist unabhängig und fühlt sich wohl in ihrer Haut. Sie führt ein erfülltes und bequemes Leben, das sie zu befriedigen scheint. Ihre Tochter ist soeben ausgeflogen, und mit ihrem Mann Raimar führt sie eine auf Vertrauen und Dialog beruhende Ehe. Ihre Tätigkeit als Sozialarbeiterin für straffällige Jugendliche bietet ihr einen abwechslungsreichen Alltag und viele zwischenmenschliche Kontakte. Bis ihr die Vormundschaft für Jan übertragen wird, einen jungen Mann, der soeben aus dem Gefängnis entlassen wurde und resozialisiert werden soll. Bald äussert der Junge ihr gegenüber ein heftiges sexuelles Begehren. Verstört, verleugnet sie ihre eigene Anziehung und bittet ihren Mann, dem Jungen in der Garage, wo er arbeitet, einen Job zu verschaffen. Raimar empfindet Zuneigung für Jan und schliesst ihn nach und nach in ihr Privatleben ein. Dies verleitet Elsa dazu, die Avancen des jungen Mannes zu erwidern und ihre verborgenen Regungen auszuleben, was in ein gefährliches Abenteuer mündet. Frei von Voyeurismus, enthüllt Verfolgt die Zerbrechlichkeit der Figuren in dieser Beziehung, die nicht nur gegen die sozialen Normen verstösst, sondern auch deren Leben aus den Fugen geraten lässt. Schonungslos wird das Gefühlsleben der Figuren offen gelegt: von der anfänglichen Weigerung Elsas und der unterwürfigen Haltung des Jungen bis hin zu dessen wachsendem Begehren, das Elsa nicht im Zaum zu halten vermag. Angelina Maccarone zeigt in ihrem Film einerseits, wie die Lust, Fantasien auszuleben, aus Geliebten rücksichtslos egoistische und grausame Wesen macht. Andererseits gelingt es ihr, anhand des Sadomasochismus die Fragilität und Verletzlichkeit dieser beiden Figuren zu zeigen.