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Umbruch

CH 1987 93'

Regie: Hans-Ulrich Schlumpf
Drehbuch: Hans-Ulrich Schlumpf
Kamera: Pio Corradi
Ton: Hans Künzi, Beat Hirschi, Felix Singer, Dieter Lengacher
Schnitt: Rainer M. Trinkler
Musik: Bruno Spoerri
Produktion: Hans-Ulrich Schlumpf

ISAN: 0000-0000-D7C2-0000-A-0000-0000-7




Hans-Ulrich Schlumpf 1987 93'

Der Film folgt der Umstellung einer Zeitungsdruckerei vom traditionellen "heissen" Bleisatz zum "kalten Satz", der Satzherstellung mittels Computern und dokumentiert damit den kulturellen Wandel im Moment seines Geschehens.

Die Computerisierung der Akeret AG in Bassersdorf, der Druckerei einer Zürcher Lokalzeitung, wurde Ende 1985 abgeschlossen. Kurz danach entliess der australische Pressezar Rupert Murdoch in London 5600 Drucker und Setzer, weil sie gegen die Einführung derselben Drucktechnologie streikten. Noch 1832 zündeten Handweber im Zürcher Oberland eine neu mechanisierte Spinnerei an. Das Ereignis ging als "Maschinensturm von Uster" in die Geschichte ein.

Heute stossen ähnlich bedeutsame Ereignisse kaum mehr auf nennenswerten Widerstand. Der Aufmarsch der Computer und was dieser für die Menschen bedeutet, wird nirgends sichtbarer als im Druckereigewerbe.

Einerseits macht es der Computer grundsätzlich einem jeden möglich, in einer Welt der Fülle zu leben; anderseits sind wir schon tüchtig daran, ihn zu verwenden, um eine Welt des Leidens und des Chaos zu schaffen. ...
Der Computer ersetzt das Beste, was der Arbeiter anzubieten hat, Kenntnis und Können. Beides übernimmt die Maschine. Seine eigentlichen Fähigkeiten sind aus ihm herausgelockt und dem Gerät einverleibt worden. ...
Maschinen werden nicht schwanger und sie streiken nicht.
Joseph Weizenbaum

Eindrückliche Bilder bleiben haften: Der Arbeiter, der vorher an der Linotype Maschine beschäftigt war, sucht im Schreibmaschinenkurs unsicher die Tasten; die Veränderung der Sprache und des Miteinander-Umgehens;... Das geht - dank Schlumpfs Montage - unter die Haut.
H.M.Eichenlaub in Aargauer Tagblatt

Es wird Zuschauer geben, die über den Wandel von Gesichtern und Menschen auf der einen Seite erschrecken, und es wird solche geben, die sich für das Requiem für eine neue Epoche, das dieser Film eben auch ist, fühlsam einstimmen werden...
Martin Schlappner in Neue Zürcher Zeitung