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Nha Fala

Nha Fala

Guinea Bissau 2002 90'

Réalisation: Flora Gomes
Scénario: Flora Gomes, Franck Moisnard
Image: Edgar Moura
Son: Pierre Donnadieu
Décors: Véronique Sacrez
Costumes: Rosário Moreira
Montage: Dominique Paris
Musique: Manu Dibango
Avec: Fatou N'Diaye, Jean-Christophe Dollé, Angelo Torres, Bia Gomes, Carlos Imbombo


Internet:
trigon-film




Flora Gomes Guinea Bissau 2002 90'

Eine Frau, die singt, muss sterben - so will es eine Familienlegende auf den Kapverdischen Inseln. Bevor Vita zum Studium ins Ausland aufbricht, verspricht sie ihrer Mutter, der Familientradition zu gehorchen und nie zu singen. Als sie dem Musiker Pierre in Paris begegnet und er von ihrer Stimme begeistert ist, bricht Vita dieses Versprechen. Da sie befürchtet, dass ihre Mutter davon erfahren wird, beschliesst Vita, nach Hause zurückzukehren.

«Was tun, wenn jemand dich am Vorwärtskommen hindert?» fragt Regisseur Flora Gomes, der die Herzen des Publikums mit seinem Spielfilm DIE BLAUEN AUGEN DER YONTA erobert hat. «Versuchs trotzdem!» - die Worte des Schlussliedes in seinem neusten Film NHA FALA geben eine Antwort. Sie sind kennzeichnend für das Denken von Flora Gomes, dessen Filmschaffen in engem Bezug zur Geschichte seines Landes steht. Er inszeniert, was für einen afrikanischen Film doch auch zu überraschen vermag, seine Geschichte von der Selbstfindung und Selbstbehauptung einer jungen Frau als Musical, und er tut das in grosser Farbenpracht und mit viel Schalk und Witz. Das Thema ist ernst, die Auseinandersetzung damit soll locker sein, heiter und voller Musik eben. Gomes selber meint : «NHA FALA bedeutet meine Stimme, mein Schicksal, mein Leben und mein Weg zugleich. Diese vier hoffnungsvollen Begriffe verwandeln sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts für die Jugend des riesigen Kontinents Afrika in dramatische Ungewissheiten. Ich wollte sie miteinander verknüpfen, indem ich mich auf das scheinbar unwichtigste und entbehrlichste der vier Wörter konzentrierte: die Stimme, das Lied, die mit Musik untermalte Aussage.»

Mit Hilfe des französischen Liebhabers Pierre inszeniert Vita (gespielt von der betörend schönen Lieblingsschauspielerin von Gomes, Fatou N'Diaye) schliesslich den eigenen Tod und ihre Auferstehung. So zeigt sie, dass alles möglich ist, wenn man nur bereit ist, es zu wagen und sich selbst zu hinterfragen. Traditionen, bedeutet uns Flora Gomes, haben ihren Wert und ihre Bedeutung. Aber sie müssen nicht in alle Ewigkeit aufrecht erhalten werden. Sein Film ist denn auch als Porträt einer afrikanischen Jugend zu sehen, die sich nordwestlichen Einflüssen nicht entziehen kann, die in der Begegnung mit dem anderen das neue eigene sucht und für ihre Selbstbestimmung einsteht.