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L'encerclement




Es gibt Texte, die uns begleiten und die wir nicht missen möchten. Dazu gehört «La pensée unique» von Ignacio Ramonet, erschienen im Januar 1995 in Le Monde Diplomatique. Das Buch regte Richard Brouillette zu einem Film an, in dem er sich ein hohes Ziel steckte. Das Werk wirkt durch die Musik impressionistisch und durch die unspektakulären, schönen Schwarzweiss-Aufnahmen von Michel Lamothe kalvinistisch streng und schlicht. Der Titel sagt bereits, worum es geht: L'ENCERCLEMENT - LA DEMOCRATIE DANS LES RETS DU NEOLIBERALISME (die Umzingelung – die Demokratie in den Fängen des Neoliberalismus). Richard Brouillette brauchte zwölf Jahre für die Fertigstellung seines Films. Dabei amtierte er zugleich als Produzent, Drehbuchschreiber, Cutter und sogar Übersetzer. Er befragte dreizehn Fachleute über den Kapitalismus, den Neoliberalismus und dessen Auswirkungen und möchte diese Kenntnisse zugänglich machen.Wir sehen eine Art Theater der Sprache, das trotz der vielen Erklärungen und der Wissensvermittlung spannend ist. Der Film ist in zwei Teile und zehn Kapitel unterteilt. Gewisse Übergänge werden durch Texte hervorgehoben. Der Zuschauer wird von der prägnanten Musik Eric Morins begleitet. Der Schnitt ist so ausgeführt, dass sich die verschiedenen Teile überlappen. Jede Intervention ist zugleich Kommentar und Kritik der vorausgehenden Aussagen und eine Weiterführung der dargelegten Konzepte und Überlegungen. Der Filmemacher fügt Gedanken und Wissensfragmente zu einem grossen Mosaik zusammen.
An einigen Stellen sind auch Archivbilder zu sehen, die die Aussagen mit einer bestimmten Epoche verbinden. Es geht nicht nur um die momentane globale Wirtschaftskrise. Richard Brouillette konnte sie nicht voraussehen, aber sie wirkt wie eine unverhoffte Bestätigung. Gibt L'ENCERLCEMENT eine voreingenommene Sicht der Dinge? Es geht dem Film um mehr. Er gibt den brillantesten Vertretern und Gegnern des Neoliberalismus das Wort und nimmt den Zuschauer auf eine interessante Reise mit, damit er durch ein besseres Verständnis den möglicherweise revolutionärenWeg zu selbständigem Denken und Handeln beschreiten kann.
Jean Perret, Visions du Réel 2009

Mit: Normand Baillargeon, Susan George, Omar Aktouf, Oncle Bernard (Bernard Maris), Michel Chossudovsky, François Denord, François Brune, Martin Masse, Jean-Luc Migué, Filip Palda, Donald J. Boudreaux

"Ob Post, Elektrizitätswerke oder SBB: In der Schweiz ist immer wieder der Ruf nach Privatisierungen zu hören. Längst hat sich in der westlichen Welt das Denken des Neoliberalismus durchgesetzt. Seine Fürsprecher fordern eine freie Marktwirtschaft, in die sich der Staat möglichst wenig einmischt. Der kanadische Filmemacher Richard Brouillette gibt in seinem Film L'ENCERCLEMENT Befürwortern wie Kritikern der Privatisierungen eine Plattform. Er lässt sie ausführlich zum Thema reden und verzichtet auf spektakuläre Bilder. In diesem Film zählt nur das Wort."
Marc Mair-Noack, Saldo