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Joschka und Herr Fischer

Pepe Danquart 2011 140'

Er war 68er-Aktivist, Stadtguerillero, Taxifahrer, Sponti – er wurde hessischer Umweltminister in Turnschuhen und deutscher Aussenminister im Anzug: Das bewegte Leben von Joseph «Joschka» Fischer dient Regisseur Pepe Danquart als roter Faden, um von sechs Jahrzehnten deutscher Nachkriegsgeschichte zu erzählen. Von den verlogenen 50er-Jahren, den wilden Tagen der APO und der «bleiernen Zeit» des RAF-Terrors über die Anfänge der Anti-Atomkraftbewegung und die Gründungsjahre der Grünen bis hin zum Fall der Mauer und der ersten rotgrünen Bundesregierung: Danquarts Film wird zu einer Zeitmaschine, die durch sechs Jahrzehnte fliegt – und Fischer zu einem Zeitreisenden, der manchmal kaum fassen kann, was in der Epoche, die ihn ebenso prägte wie er sie, alles geschehen ist.

Beeindruckende, teils noch nie gezeigte Dokumentarbilder und die zahlreichen Zeitzeugen, die neben Fischer zu Wort kommen – von Katharina Thalbach über Daniel Cohn-Bendit bis zur Band Fehlfarben – runden den Film ab zu einem so kontroversen wie unterhaltsamen Kaleidoskop aus Tagen, in denen keine Atempause gemacht wurde