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Hugo Koblet - Pédaleur de charme

Hugo Koblet war der erste internationale Radrennstar der Nachkriegszeit. Der Zürcher Bäckerssohn war auf dem Rad ein Stilist, im Leben ein Frauenschwarm. Kometenhaft aufgestiegen gewann Koblet 1950 den Giro d'Italia. Ein Jahr später die Tour de France. Damit hatte er seinen Zenit erreicht. Koblet wurde von ehrgeizigen Funktionären unter Druck gesetzt und ruinierte sich durch Doping die Gesundheit. 1954 heiratete er ein bekanntes Fotomodel – ein Traumpaar. Nach Beendigung seiner sportlichen Karriere kommt er ins Straucheln: von Konkurs bedroht rast Koblet mit seinem Alfa in einen Baum.

mit: Ferdy Kübler, Gottfried Weilenmann, Sepp Renggli, Waltraut Haas

Koblet war ein erfolgreicher Radsportler auf der Strasse und der Bahn: 1950 gewann er als erster Nicht-Italiener den Giro d'Italia, 1950, 1953 und 1955 die Tour de Suisse, 1951 die Tour de France sowie 1953 die Tour de Romandie. Als Bahnfahrer wurde er an der Weltmeisterschaft 1947 Dritter in der Verfolgung, 1951 und 1954 Zweiter. 1955 war er Schweizer Strassenmeister der Berufsfahrer. Weiter gewann er zahlreiche Sechstagerennen, u.a. in New York, Chicago, Frankfurt, Dortmund und Zürich. 1957-64 wurde er jedes Jahr Schweizer Meister in der Verfolgung, obschon er 1958 seine Karriere beendet hatte. Als Pédaleur de charme war der leichtfüssige, elegante und gut aussehende K. ein Schweizer Sportleridol und das Gegenstück zum "Chrampfer" Ferdinand Kübler. 1951 Schweizer Sportler des Jahres.
Historisches Lexikon der Schweiz