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Genesis 2.0

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SWISS FILMS


ISAN: 0000-0004-AEF7-0000-F-0000-0000-T

Sundance 2018 World Cinema Documentary Award for Cinematography
Zürcher Filmpreis 2018
Schweizer Filmpreis 2019 Nomination bester Dokumentarfilm

Genesis 2.0

CH 2018 113'

Regie: Christian Frei, Maxim Arbugaev
Drehbuch: Christian Frei
Kamera: Peter Indergand, Maxim Arbugaev
Ton: Dieter Meyer, Florian Eidenbenz
Schnitt: Christian Frei, Thomas Bachmann
Musik: Max Richter, Edward Artemyev
Produktion: Christian Frei Filmproduktion GmbH, Christian Frei

Christian Frei, Maxim Arbugaev 2018 113'

Auf den abgelegenen Neusibirischen Inseln im arktischen Ozean suchen Jäger nach Stosszähnen von ausgestorbenen Mammuts. Eines Tages finden sie ein überraschend gut erhaltenes Mammutkadaver. Die Auferstehung des Wollhaarmammuts ist eine erste Manifestation einer nächsten grossen technologischen Revolution – Genetik. Sie könnte unsere Welt auf den Kopf stellen.

GENESIS 2.0 führt die Zuschauer in eine unbekannte, exotische Welt, die mit unserer alltäglichen Erfahrung nur sehr wenig zu tun hat und deshalb als filmisches Erlebnis sehr attraktiv ist. Wir verstehen lange nicht, was die Männer eigentlich suchen. Was sie antreibt. Wer sie sind. Langsam realisieren wir, dass da eine Art Goldrausch stattfindet. Wir erfahren von Träumen, Hoffnungen und Ängsten. Und erleben die nüchterne Realität und den Überlebenskampf.

Der Film beobachtet den harschen und gefährlichen Alltag von sogenannten Mammutjägern auf einer extrem abgelegenen Inselgruppe im hohen Norden Sibiriens. Die archaische Landschaft, in der diese Menschen nach Stosszähnen längst ausgestorbener Mammuts suchen, erinnert an die Urzeit der Erde. Es herrscht eine Art Goldrauschstimmung, denn die Preise für das weisse Gold sind so hoch wie noch nie. Doch der auftauende Permafrost gibt nicht nur wertvolles Elfenbein frei. Manchmal finden die Jäger auch ein fast vollständig erhaltenes Mammutkadaver mit Fell und Muskelgewebe, an dem Polarfüchse nagen.

Solche Funde rufen hochtechnisierte amerikanische und südkoreanische Klonforscher auf der Suche nach Mammutzellen mit möglichst intakter DNA auf den Plan. Ihre Mission könnte Teil eines Science-Fiction Plots sein. Sie wollen das ausgestorbene Wollhaarmammut nach Jurassic-Park- Manier wieder zum Leben erwecken und auferstehen lassen. Und das ist nur der Anfang. Weltweit sind Biologen daran, das Leben neu zu erfinden. Sie wollen die Sprache der Natur lernen und Leben erschaffen nach dem Lego-Prinzip. Das Ziel der synthetischen Biologie ist es, komplette künstliche biologische Systeme zu erzeugen. Der Mensch wird zum Schöpfer.

Christian Frei, der ein ausgesprochenes Flair für «exotische» und zugleich höchst aktuelle Themen besitzt, vermittelt hier einen anregenden Einblick in die Welt des Bioengineering, exemplifiziert am Wollhaarmammut. Aufschlussreich insbesondere der Besuch bei Sooam Biotech in Seoul, mit der Woo-suk Hwang eine wahre Klonfabrik aufgebaut hat; zum Zeitpunkt der Dreharbeiten sind es bereits gegen neunhundert Hunde, mit denen Hwang deren Besitzern über den Verlust des verstorbenen Lieblings hinweggeholfen hat. Kein Wunder, dass Hwang, der nach dreisten Fälschungen in der Stammzellenforschung internationaler Ächtung anheimfiel, höchst interessiert ist am Klumpen verwesenden, stinkenden Mammutfleischs, den die Gäste aus dem Norden mitgebracht haben. Vielsagend auch die von Peter Indergands Kamera wunderschön eingefangene kontrollierte Nichtreaktion der chinesischen Führerin in der riesigen nationalen Genbank Chinas in Shenzhen, als der schwedische Wissenschaftler in der Gruppe moralische Bedenken angesichts pränataler Elimination von Föten mit Down-Syndrom anspricht.
Christoph Egger, Filmbulletin

Christian Frei über den Film

Die Auferstehung des Mammuts ist eine erste Manifestation dieser nächsten großen technologischen Revolution. Eine Übung. Ein millionenschweres Spiel. Die neue Technologie könnte die Welt, wie wir sie kennen, komplett auf den Kopf stellen... und all dies nimmt seinen Anfang im unaufhaltsam auftauenden Permafrost am äussersten Rand von Sibirien.

Doch sobald wir uns ein wenig orientieren können und sicherer fühlen, werden wir mit einer noch unbekannteren, noch exotischeren Welt konfrontiert. Plötzlich tauchen diese Klonmenschen im Film auf. Und langsam realisieren wir, was sie mit dem Mammut vorhaben. Und wieder schwanken wir zwischen Neugier und Abwehr. Zwischen verstehen wollen und Verteufelung.