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Film-Dienst - AMOUR

25.5.2012

Texte

Michael Haneke wird älter – und immer noch besser. Sein neuer Film AMOUR ist meisterlich.
Haneke ist der Zen-Meister unter den Regisseuren, der immer noch etwas weg lässt, um die Konzentration innerhalb der Einstellung zu steigern. Was nicht das mit großer Detailfreude arrangierte Interieur der Wohnung meint oder den psychologischen Realismus, sondern Rhythmus, Intention und Schauspielerführung. Jede Szene steht für sich und könnte als Kurzfilm bestehen; ihr Zusammenhang ist chronologisch-elliptisch, zwingend und ungezwungen zugleich.
Das Ergebnis: ein tief berührender Film über die Liebe und die Vergänglichkeit der menschlichen Natur, eine für viele Auslegungen offene Meditation über das Ende, bar aller Illusionen, aber getragen von einer Würde, die auch das provokante Finale trägt. Am Schluss sitzt Isabelle Huppert allein in der erkalteten Wohnung, ratlos, verloren. Ein Meisterwerk, über das noch sehr lange zu reden sein wird.
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