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Sennhausers Filmblog - L’EXPERIENCE BLOCHER von Jean-Stéphane Bron

14.8.2013

Dass Bron und Blocher sich mit diesem Filmprojekt entgegengekommen sind, belegt für den Filmemacher eine Aussage Blochers, der erklärt haben soll, er habe kein Bild von sich selber, er sehe sich nicht, er sei ein Mann der Aktion, der Tat. Vielleicht hat Christoph Blocher tatsächlich gehofft, via Bron einen Blick auf sich selber zu erhaschen. Aber die Kontrolle, die er permanent ausübt (und im Hintergrund noch viel mehr seine Frau Silvia, die als mächtige, stumme Präsenz den ganzen Film durchzieht) lässt das nicht zu.
Ein Grund könnte sehr wohl sein, dass es keinen Blocher gibt jenseits der Aktion.
Als Dokumentarfilm ist L’expérience Blocher mehr noch als andere Dokumentarfilme das Dokument seiner eigenen Entstehung. Als Inszenierung erinnert der Film an Orson Welles’ Citizen Kane, jenes filmische Monument der Einsamkeit des Mächtigen, der seinem Kindheitstraum von Geborgenheit all seinen skrupellosen Möglichkeiten zum Trotz nie nahe kommt.
Aber L’experience Blocher ist als Film nicht sehr spannend. Dort, wo wir zu sehen bekommen, was wir noch nicht kennen, die Blochers ohne Publikum, wirkt er wie ein Blick ins Aquarium. Und wenn der Film lebendig wird, dann sind wir bereits wieder bei den Medienbildern, den Auftritten.
sennhausersfilmblog.ch



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