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Business Class auf der Anklagebank

16.1.2007


Grounding

Mehr als fünf Jahre nach dem Zusammenbruch der Swissair hat am Dienstag der Strafprozess gegen die damalige Führungsriege begonnen. Die Vorwürfe beinhalten Delikte wie Gläubigerschädigung, Falschbeurkundung, ungetreue Geschäftsbesorgung und in einem Fall auch Steuerbetrug. Die Affäre ist bezeichnend: Am 6. Juli 2000 warnt ein Analyst der Credit Suisse, die Swissair müsse mit einem Verlust von mindestens 500 Millionen Franken rechnen. Die Meldung zeigt Wirkung: Der Aktienkurs sinkt postwendend. Swissair-Chef Philippe Bruggisser beschwert sich bei Lukas Mühlemann, dem CEO der Credit Suisse und Swissair-Verwaltungsrat. Der Analyst wird wegen "unprofessionellem Verhalten" entlassen. Der tatsächliche Verlust übertrifft mit 3 Milliarden die vom Analysten genannte Summe um das sechsfache. Insgesamt verursacht die grösste Pleite der Schweizer Wirtschaftsgeschichte bei der Swissair einen Gesamtschaden von 17 Milliarden. Bei der SAirGroup gehen 5000 Stellen verloren. (Swissinfo)