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Die Zeit - Das Festival der Heimatlosen

23.1.2011

Texte

Überhaupt, die Schweizer! Wohl noch nie waren so viele herausragende Schweizer Produktionen auf dem Ophüls-Festival vertreten wie in diesem Jahr. Allein ein Viertel der 16 Wettbewerbsfilme stammte von Schweizer Regisseuren, ebenso der Eröffnungsfilm BAD BOY KUMMER, eine Dokumentation über den "Borderline-Journalisten" Tom Kummer. So unterschiedlich die Themen waren - Rechtsradikalismus, krebskranke Jugendliche oder eben ein Mann, der Sand verliert - man merkte den Schweizer Filmen eine große Erzählfreude und Unverkrampfheit an.
"Es war ein außergewöhnlicher Schweizer Jahrgang", sagt auch Karin Kleibel vom Max-Ophüls-Festival. Woran das liegt, kann sie nicht genau sagen. Vielleicht ist es ein weniger verkopfter Umgang mit Themen, der dazu führt, dass die Filme nicht so durchchoreografiert und starr wirken wie so mancher deutsche Beitrag. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die jungen Filmemacher gerade verstärkt Themen angehen, die in der Schweizer Gesellschaft heftig debattiert werden: der Umgang mit Einwanderern, das lockere Waffenrecht und die Kluft zwischen einer Überflussgesellschaft und Menschen, die fast gar nichts haben.
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