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Wachtmeister Studer

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Leopold Lindtberg 1939 105'

Die Bewohner Gerzensteins sind entsetzt. Ein Unbehagen liegt über dem Dorf und der ganzen Gegend. Im Dickicht des nahe gelegenen Waldes liegt Wendelin Witschis Leiche. Kopfschuss ist die Todesursache. Ist es Totschlag, Mord oder Selbstmord? Wachtmeister Studer übernimmt die Untersuchung. Im Gefängnis von Thun rettet Wachtmeister Studer den jetzigen Untersuchungsgefangenen Schlumpf im lezten Moment vom Strang.

Schlicht grandios wurde Wachtmeister Studer von Heinrich Gretler verkörpert: Ein Mann von spiesserhaftem Aussehen, die Brissago zwischen die Zähne geklemmt, rauh und ungehobelt im Äusseren, doch nie ohne Mitgefühl. Mit der Verfilmung von Friedrich Glausers WACHTMEISTER STUDER gelangte nicht nur Heinrich Gretler zu nationalem Ruhm, sondern es war auch der Beginn der langen schauspielerischen Karriere von Anne-Marie Blanc.

Wachtmeister Studer trotzt dem Bild der braven Schweiz

Aus einem Artikel von Thomas Klingenmeier im Tages Anzeiger

«Es war ja alles gelogen, warum also zuhören», denkt sich der Titelheld von WACHTMEISTER STUDER einmal während einer Befragung, und benennt damit eine Grundperspektive der Kriminalromane von Friedrich Glauser. In denen wird der braven Schweiz nicht geglaubt, dass sie so ist, wie sie sich darstellt. Den Dörfern, den Städten, den Behörden, den Bürgern glaubt der Studer nicht, er nimmt erst einmal unaufgeregt alles als Fassade, was ihm präsentiert wird.

Es gibt ja immer ein Opfer, das bezeugt, dass doch nicht alles so friedlich, klar, ordentlich und arglos ist, wie jeder gerne versichert. Aber – und erst dieses Hinzufügen der Gegenposition macht Glauser, der am 8. Dezember vor siebzig Jahren gestorben ist, zu einem grossen Autor – diese Krimis sind auch voller Glaubenwollen, voller Sehnsucht nach dem Festen und Beständigen. Sie kehren elementare Gewissheiten hervor, setzen auf das Bauchgefühl, das warnt und trauen lässt, sie stellen einen ganz und gar verlässlichen, wenn auch manchmal ohnmächtigen Mann vor uns hin, eben diesen so menschenfreundlichen wie misstrauischen Studer.

«Schlumpfli», spricht der Polizist den Hauptverdächtigen Ernst Schlumpf in WACHTMEISTER STUDER an, der zuerst im Sommer 1936 als Fortsetzungsroman in der «Zürcher Illustrierten» erschien, «wir werden die Sache schon einrenken. Ich hab dich extra nicht gefragt, was du am Dienstagabend, also am Abend vor dem Mord, getan hast. Da hättest du mich doch nur angelogen.» Das ist väterlich im Ton und eigentlich schon ein Verstoss gegen die Dienstpflichten. Studer gibt Schlumpf zu verstehen, dass er nicht gegen, sondern für ihn ermitteln wird.Er baut sich als schützende Autorität auf. Dieser Zug an Studer ist oft bemerkt und kommentiert worden, liefert er doch die Abgrenzung zu Georges Simenons Kommissar Maigret. Der hatte sich 1929 der lesenden Welt erstmals vorgestellt und ist wie Studer ein grosser Beobachter, einer, der nicht zum Verdammen an den Ort des Verbrechens kommt, sondern um zu verstehen, was diesmal beim schwierigen Miteinander der Menschen schiefgelaufen ist. Studer wirkt auf eine schwerfällige Weise gütiger als Maigret, als blicke da ein Kind auf einen Erwachsenen, von dem es Schutz erhofft, auch wenn es schon begriffen hat, dass dieser Grosse in der Welt der Grossen ein Kleiner ist.