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Un animal, des animaux

Visions du Réel Nyon 2005

Un animal, des animaux

F 1994 59'

Regie: Nicolas Philibert
Kamera: Frédéric Labourasse, Nicolas Philibert
Ton: Henri Maïkoff, Julien Cloquet
Schnitt: Guy Lecorne
Musik: Philippe HErsant
Produktion: Les films d'ici


Internet:
Visions du Réel Nyon 2005: Fiche UN ANIMAL DES ANIMAUX

Die Bemerkung „c’est très dixneuvième”, die im Film nach etwa zehn, mehrheitlich dialoglosen, Minuten fällt, weist wohl nicht gerade auf brennende Aktualität und ein brisantes Thema hin. Im Gegenteil, da dürfte schon einiger Staub darauf sein. Mit den Begriffen „Museum” und „Naturgeschichte” mag es sich ähnlich verhalten. Das kann einen natürlichen Fluchtreflex auslösen, vergleichbar etwa demjenigen von Antilopen oder Zebras beim Auftauchen von Löwen. In UN DES ANIMAUX stehen die drei Arten in unmittelbarer Nachbarschaft ganz ruhig beieinander, wie im sprichwörtlichen Garten Eden. Und wir schauen gerne und zunehmend fasziniert auch genauer hin. Philibert erweckt mit seinen filmischen Mitteln „nature morte”, Gegenstände und Präparate von Pflanzen und Tieren jeglicher vorstellbaren Art, zu neuem, ungeahntem Leben. Dabei hilft ihm eine mehr als hundert Jahre alte „Arche Noah”, das Pariser „Musée d’Histoire naturelle”, das im Lauf der achziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts einer aufwändigen und umfassenden Restauration unterzogen wurde. Vom Fundament bis zum letzten Käferpräparat, sozusagen. Philibert ist mit Kamera und Mikrophon fast immer und überall dabei, verzichtet auf Kommentar schaut aber genau hin, auch hinter die Kulissen und in die Eingeweide. Und selbstverständlich wird so die Geschichte vom Lebendigen quicklebendig.
Visions du Réel Nyon