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Schlaraffenland

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Berner Filmpreis

Schlaraffenland

CH 1995 81'

Regie: Felix Tissi
Drehbuch: Felix Tissi
Kamera: Dieter Fahrer, Helena Vagnières
Dekor: Dieter Gehrig
Produktion: Balzli & Fahrer GmbH
Mit: Dietmar Mues, Jochen Regelien, Franz-Josef Steffens, Johanna Klante

ISAN: 0000-0000-5FBD-0000-N-0000-0000-5







Felix Tissi 1995 81'

Sie leben im Schrott, reden Blech und malen sich die Welt neu an. Da kommt Johanna und streicht alles wieder um. Fast wie im richtigen Kino drhen Verderben, Liebe und Tod.

Wir sind nicht faul, wir haben nur Geduld.

Die Schweizer Schrottplatz-Ballade SCHLARAFFENLAND von Felix Tissi ist ein kleines Kinojuwel. Den Schauspielern, die frappierend echt und gleichzeitig zurückhaltend agieren, werden Dialoge in den Mund gelegt, die lakonisch, absurd, banal, verrückt und manchmal hochphilosophisch klingen. Mit Ironie und Situationskomik wird ein Dasein entworfen, das irgendwo im Niemandsland zwischen Fatalismus, Überlebenskunst und Lebenslügen angesiedelt ist.
Bettina Bremme, Tip Berlin

Zum Erlebnis wird SCHLARAFFENLAND all jenen, die noch nicht fernsehgenormt sind und ihre Freude haben, wenn Weisheit und Unsinn, Trauer und Humor, Fleiss und Musse, Tragik und Komik sich zu einer Kinogeschichte verweben.
Fred Zaugg, Der Bund

SCHLARAFFENLAND besticht durch die aussergewöhnliche Leichtigkeit, die diese minimalistische Geschichte zum intensiven Kinoerlebnis verzaubert. So sanft wie die Wogen der Ostsee, an die es die vier Schiffbrüchigen verschlägt, sind die lyrischen Bilder von Dieter Fahrer und Helena Vagnières, die den witzig spröden, manchmal gar surrealen Dialogen irritierend gegenüberstehen. Was manch Filmschaffender als belanglos zum Schrott im Hinterhof der drei Männer werfen würde, fügt sich in SCHLARAFFENLAND zu einem Kaleidoskop, das Felix Tissis Sensorium für schillernde Zwischentöne belegt.
Robert Richter

Stimmig beschreibt SCHLARAFFENLAND einen Zustand: Nichts geht mehr, nur die Zeit steht nicht still. Drei haben sich am Rand der Gesellschaft eingenistet. Zur Not erholen sie sich im "Krankenhaus", wie sie den Knast liebevoll nennen. Und wenn die 16jährige Tochter des einen auftaucht, kann ihre kleine Welt schon mal in Unordnung geraten. Die Flucht freilich, sie bleibt ein gelebter Traum. Die Männer mit den Schränken am Strand: Sie haben bereits den Aggregatzustand des Surrealen erreicht.
"Fast wie im richtigen Kino drohen Verderben, Liebe und Tod", heisst es im Begleitheft. Was mir an der Arbeit von Felix Tissi seit seinen frühesten Versuchen wie LEBTAGE (1980) gefällt, ist die gewahrte Relation. Seine kleinen Geschichten aus unserem mitteleuropäischen Alltag kommen nie grösser daher, als sie sind. Das macht sie ehrlich, das verleiht ihnen Charme. SCHLARAFFENLAND ist darüber hinaus ein präzis geschriebenes Vierpersonenstück mit drei Schauspielern und einer Schauspielerin, die die Leere des Stückes mit körperlicher Präsenz füllen und die Dialoge noch lange nachklingen lassen
Walter Ruggle, Tages Anzeiger