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Ricordare Anna




Walo Deuber 2005 96'

Zürich 1980. Eine bewegte Jugend. Nieder mit den Alpen, freie Blick aufs Mittelmeer: Eine frisch diplomierte Studentin wirft ihre Unikarriere hin, um in Sizilien revolutionäre Kinder zu erziehen. Freie Liebe. Dann der Rückschlag: Drogen, AIDS, Tod. Zwei Jahrzehnte später versucht der bürgerliche Vater seine Tochter zu verstehen.

Eine Tragödie der Liebe. Ein Vater sucht nach Vergebung, indem er die Orte, die Emotionen und die Fehler der Vergangenheit aufsucht. Dabei findet er Sinn und Erlösung aus lähmender Starrheit. Anstatt den Tod seiner Tochter stets vor Augen zu haben, begegnet er endlich ihrem Leben.

Viktor Looser (Mathias Gnädinger) lebt seit einem Jahrzehnt in der Vergangenheit. Er kommt nicht über den Tod seiner Tochter Anna (Bibiana Beglau) und deren zwei Kinder hinweg. Bis er der Vergangenheit in der Gegenwart begegnet: Mit einem Schlag erscheinen die Jahre der Verbitterung in einem anderen Licht. Gesundheitlich schwer angeschlagen, entscheidet Viktor Looser, sich noch einmal ganz anders mit der Vergangenheit auseinander zu setzen. Er macht sich auf den Weg an den Ort, der seine Tochter einst so sehr veränderte: Sizilien.

Dorthin zog es Anna Mitte der 1980er Jahre, nachdem sie ihr Italienischstudium abgeschlossen hatte. Hinter sich liess die kämpferische 26jährige Studentin ihr Enga-gement in der militanten Jugendrebellion der 80er in Zürich. Und zum Entsetzen des Vaters verzichtete sie auf eine Karriere, die ihr an der Universität winkte: «Ich gehe nach Sizilien. Dort braucht man mich».

Die Suche in Sizilien ist schwierig. Doch im Zwiegespräch mit der toten Anna, die ihm im Laufe seiner Recherche magisch wieder näher und näher kommt, beginnt sich sein Bild von der Liebes- und Leidensgeschichte seiner Tochter nach und nach neu zusammen zu setzen. Er stösst auf den Anfang ihrer grossen Liebe zu Salvo (Pippo Pollina).

RICORDARE ANNA – Anna erinnern verknüpft zwei Lebens- und Liebesgeschichten über die Generationen hinweg zu einer, der Liebe eines Vaters zu seiner Tochter und der Liebe einer jungen Frau aus dem Norden zu einem Mann aus dem italienischen Süden.

"Das seit Jahren gelungenste Schweizer Kinodrama - Er hat alles, woran es vielen Schweizer Filmen mangelt."
TELE

"Der Realität dieser zeitgenössischen Familientragödie setzt Walo Deuber zauberhafte, bisweilen geradezu märchenhafte Momente entgegen. So wird es möglich, dass die Suche nach Antworten weder im inneren Monolog des Vaters noch in Gesprächen mit Freunden endet, sondern gleichsam auf wundersame Weise in der Erscheinung der toten Anna wegweisende Ergänzung erhält. Oder die engelhafte Giuseppina, ein mysteriöses Mädchen, unerwartet aus dem Nichts kommend und darin wieder verschwindend, erscheint dem Suchenden als Zeichendeuterin."
Simona Fischer in CINEMA