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Lydia

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Pass:Lydia
720p,540p - UT -
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Lydia

CH 1968 41'

Regie: Reto Savoldelli
Kamera: Jürg Nägeli

Reto Savoldelli 1968 41'

Zu Beginn des Films sagt der Erzähler: "Unweit des Dorfes, das auf den Namen Bettlach hört, wohnte ein alter Mann, dem seine Frau sieben Söhne und sieben Töchter geschenkt hatte. Fünf Söhne und sechs Töchter nahm im der Herr schon bald wieder ab, und das Leid des armen Köhlers war gross, denn jetzt besass er nur noch eine Tochter und zwei Söhne, wobei der ältere etwas blöd war. Aber ausgerechnet der packte eines Tages seine Siebensachen zusammen und trat mit dem Wunsche vor dem Vater, ihn in die ferne Stadt Soho, die Stadt, auf die es ankomme, ziehen zu lassen."
Eine richtige Geschichte von einer Entwicklung, von Erfahrungen, von einem mystischen Durchbruch, von Kräften. In 16mm gefilmt, oft mit Handkamera, ganz ohne Originalton, mit alter Musik von den Mothers of Invention, mit Musik von den Cream und von Wagner: eigentlich müsste das auf die Nerven gehen. Die Einzelteile dieses Films sind zum Überdruss bekannt aus 4619 Undergroundfilmen. Aber wenn man LYDIA sieht, erinnert man sich nicht an das, was man schon kennt und nicht mehr sehen will.
Savoldelli hat bekannte Mittel ausserhalb der ihnen zuerkannten Möglichkeiten angewandt. Er hat einen Hollywoodfilm mit Überlänge auf 16mm und in 45 Minuten gemacht. Kubrick hat einen 8mm-Film in Hollywood und in 70mm gemacht.
In LYDIA kommt es dadurch zu ganz unglaublich schönen Momenten. Bei der Szene, wo vor dem Café Savoldelli, der die Hauptrolle in seinem Film selbst spielt, das Bierglas umschmeisst, stockt einem der Atem: das ist in Zeitlupe gedreht, aber keine Brutalität sich selbst gegenüber, sondern Zärtlichkeit, das ist mit zwei Kameras gleichzeitig gedreht, aber es hat nichts von der widerlichen Automatik des Fernsehspiele, die mit mehreren Kameras gleichzeitig gedreht werden, weil es rationeller ist.
Auf der Toilette sitzend, denkt der blöde Sohn des Köhlers: "Ich schraube mir meine Stielaugen aus und lasse den Sturm von draussen in mein Puppentheater, das mit im Schädel rumort."
Wim Wenders (1969)