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Gramper und Bosse










Mein Vater hat 44 Jahre lang als Gramper bei der Eisenbahn gearbeitet. Meine Mutter hat als Rottenköchin für eine Gruppe von Eisenbahnarbeitern gekocht. Die einstige Arbeitswelt meines Vaters gibt es nicht mehr. Das Eisenbahnwesen wurde umstrukturiert und automatisiert. Die klassischen Eisenbahnmentalität ist bald ausgestorben. Meine Eltern reisen dorthin zurück, wo sie einst gearbeitet haben. Unterwegs erinnern sie sich nicht nur an alte Zeiten, sondern begegnen heutigen Eisenbahnern, deren Arbeitswelten sich total verändert haben: Wer überleben will, muss sich der neuen Zeit anpassen.

"GRAMPER UND BOSSE - BAHNGESCHICHTEN liest sich wie eine nostalgische Pendlergeschichte zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Arbeitsbedingungen haben sich radikal verändert. Der wirtschaftliche Produktivitätsdruck hat Automatisierung und Arbeitsplatzabbau beschleunigt. Die Modernisierung der Installationen hat einen neuen Typ von Angestellten geschaffen, die dieses lebendige Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gemeinschaft von passionierten Eisenbahnern verloren haben. Mit Ausnahme einer Handvoll Bahnfans, die es immer noch gibt. Wie dieser Lokomotivführer, der mit dem Ergreifen dieses Berufs seinen Knabentraum verwirklicht hat. Man sieht ihn, wie er zu Hause seine Modellbahnanlage einrichtet, sorgfältig mit einem Löffel winzigen Schotter zwischen die Schienen gibt. Edwin Beeler gestaltet hier in einer Reihe von Porträts – vom Speisewagenkellner bis zum Big Boss – einen Film, der durch die Tiefe seiner Einbettung in die Arbeitswelt erstaunt."
Visions du Réel Nyon