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Fluchtgefahr

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Markus Imhoof 1974 100'

FLUCHTGEFAHR zeigt die Geschichte des 23-jährigen Bruno Kuhn, der wegen einem dummen Vergehen, in das er mehr hineinschlittert, als dass er es begeht, ins Gefängnis kommt.

Er beginnt dort als einer der Untersten in der sozialen Hackordnung der Gefangenen. Er ist ein kleiner Fisch, den sie nicht ernst nehmen. Doch langsam beginnt er, seine Rolle zu akzeptieren. Er lernt, sich zu behaupten, aufzuschneiden und zurückzuschlagen. Die kriminellen Protzereien seiner «Kameraden» und die ständig präsenten Bewacher, welche auch Ihn – nicht ohne gelegentliche Spässe – als gefährlich behandeln, treibt ihn soweit, dass er aus sich einen «Fall Kuhn» aufzubauen versucht, bis seine Hochstapelei herauskommt und alle wieder über ihn lachen. Doch jetzt kennt er die Spielregeln zu gut: er erpresst den ausgekochten Zellennachbarn Winarski, der ihn früher ausgenutzt hat, und zwingt ihn, ihn auf seine Flucht mitzunehmen.
Draussen steht Kuhn in einer Freiheit, die er nicht gebrauchen kann. Es bleibt ihm nur die Wahl, nun wirklich ein Verbrecher zu sein. Er versucht den «grossen Coup», von dem sie im Gefängnis immer gesprochen haben. Doch er sprengt den Geldschrank im Dorfbahnhöfchen so gut, dass alles Geld in Fetzen davonfliegt. Nachher nimmt alles seinen Lauf, in höchstens 2 Tagen wird Bruno verhaftet sein.

Fluchtgefahr ist ein hyperrealistischer Film, der bewusst in der rauhen Form eines scheinbaren Dokumentarfilms gedreht ist und auf genauen Studien des Gefängnismilieus beruht.

Imhoof, der selber längere Zeit als Gefängniswärter gearbeitet hat, montiert seine Erfahrungen in Bilder einer fast atemlosen, stillen, intensiven Argumentation. Es entsteht eine Spannung des Erzählens, Beobachtens und Erkennens, die faszinierend ist.
Frankfurter Rundschau

Die Verfolgungsjagd in einer Einstellung, dedramatisiert bis zur Unscheinbarkeit: Hier, in dieser äusserlich spannendsten Passage des ganzen Films, zeigt sich Imhoofs Stilwille, seine Eigenartigkeit, am deutlichsten. Ich kenne wenige Filme, die an solchen Stellen so diskret, so beiläufig, so «innerlich» bleiben. Imhoof zerstört nicht mit einer konventionellen Parallelmontage – hier die Flüchtigen, das Wild; dort die Verfolger, die Jäger – die innere, wortkarge Spannung seines Films. Ihn interessiert der Jagdinstinkt des Zuschauers nicht. Mehr noch: er versucht, ihn zu bekämpfen, indem er dem kleinen Vergehen, der Verhaftung, dem Verhör, dem Gefängnis die Alltäglichkeit lässt, die alle diese Sachen haben. FLUCHTGEFAHR, so sagt der Untertitel im Drehbuch, ist ein Anti-Kriminalfilm. Er ist gegen das Ritual eines Genres inszeniert, das dem Zuschauer das Verbrechen entweder als verruchtes intellektuelles Kombinationsspiel auf beiden Seiten oder als sentimentales Identifikationsspiel darstellt, zumindest doch mit der wiederholten Einladung zum «Mitgehen».
Martin Schaub