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Behütet ins gemeinsame Boot

Behütet ins gemeinsame Boot

CH 2012 49'

Regie: Marianne Pletscher
Drehbuch: Marianne Pletscher
Kamera: Peter Ramseier
Ton: Alex Schwendinger, Peter Conrad, Esther Heeb
Schnitt: Pamela Myson
Produktion: Marianne Pletscher

ISAN: 0000-0003-0CA0-0000-Y-0000-0000-9

Beim Theaterspielen entdecken Demenzkranke längst vergessene Fähigkeiten wieder: spielen, lachen, singen, kommunizieren und sogar improvisieren. Und ihre Angehörigen dürfen endlich entspannen und lernen, loszulassen.

In einer von der Alzheimervereinigung Kanton Zürich organisierten Theaterwoche im Herbst 2011 haben alle Teilnehmenden ein Stück Lebensqualität dazugewonnen. Marianne Pletscher Film begleitet zwei Paare vor und während dieser Ferien und zeigt beispielhaft auf, wie viel Kreativität für Demenzkranke noch möglich und für ihre Angehörigen nötig ist.

Für Barbara und Matthias Liechti sind die Ferien ein grosses Erlebnis, welches hilft, das Lachen wiederzufinden, loszulassen und den Partner ein Stück weit neu zu entdecken. Für Hannelore und Willy Hiestand bedeutet die Woche fast eine Reise zurück in vergangene Zeiten, als die Krankheit noch nicht das ganze Leben durchdrang. Und für alle zusammen, Kranke, Gesunde und die Freiwilligen der Alzheimervereinigung, die als BetreuerInnen mitgekommen sind, waren die Theaterferien ein Erlebnis, dass allen viel Energie gegeben hat. Das spielerische Rudern im gemeinsamen Boot, die „Premiere“ des Theaterstücks sozusagen, ist dafür eine kraftvolle Metapher.

Der Film wurde produziert, um allen, die mit Demenzerkrankten therapeutisch arbeiten zu zeigen, wie sehr ganzheitliche Therapieansätze einzigartige Ressourcen aktivieren können.

Er hilft Angehörigen und Pflegenden zu verstehen, dass auch ein Leben mit Demenz Glücksmomente hat. Und nicht zuletzt zeigt der Film auch einem breiten Publikum mit seiner künstlerischen Umsetzung und seinem behutsamen Zugang auf sinnliche und respektvolle Art zugleich, wie das Theaterspiel vergessene Erinnerungen und Fähigkeiten reaktiviert und verdrängte Lebenslust wieder hochkommen lässt. Und im Film wird berührend sichtbar, dass auch die Liebe im Leben von demenzbetroffenen Paaren noch eine ganz wichtige Rolle spielen kann.