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Cheerleader oder Spielverderber. Was ist los mit der Schweizer Filmkritik?

24.1.2007

Texte

Eine Podiumsdiskussion des an den Solothurner Filmtagen: Die Beziehung zwischen der Schweizer Filmkritik und der Kinobranche ist in letzter Zeit von Spannungen geprägt. Verleihfirmen zeigen ihre Filme den Journalisten immer öfter erst wenige Tage vor dem Kinostart. Um Raubkopien zu verhindern, wie sie sagen. Um schlechte Kritiken zum Filmstart zu umgehen, wie die Journalisten vermuten. Es kam auch vor, dass sich Verleiher und Kinobesitzer bei Redaktionen über die Filmberichterstattung beklagen, und mit Inseratenboykotten drohten.
Meinungsbildende Medien wie die NZZ, der Tages-Anzeiger oder die Weltwoche haben renommierte Filmkritiker entlassen, um Geld zu sparen oder sich dem Mainstream zu öffnen.
Die fundierte Beurteilung der Werke weicht immer mehr einem in Porträts und Interviews sich erschöpfenden «People»-Journalismus. Was ist los mit der Filmkritik? Sind Filmjournalisten nur noch die verlängerten Arme für die PR der Verleiher, Cheerleader der Industrie, welche mit Stars und Sternchen den Start eines Films ankündigen? Wie beurteilen Kinobetreiber und Filmverleiher die Filmjournalisten? Sind sie Spielverderber, die einseitig auf künstlerische Filme fixiert sind, unfähig sich in Unterhaltungsfilmen zu amüsieren? Welche Bedeutung hat die Filmkritik heute überhaupt fürs Geschäft noch? Hat sie den Draht zum Publikum verloren? Was steckt hinter den so genannten Medienpartnerschaften, bei denen ein Medium in Zusammenarbeit mit einer Verleihfirma einen Film „präsentiert“?
Es diskutieren: Roger Crotti, Bea Cuttat, Grégoire Schnegg, Franziska Oliver, Philipp Portmann und Martin Waldner, Moderation: Christian Jungen
Donnerstag, 25. Januar 2007, 14h00, Solothurn, Haus am Land
(Schweizerischer Verband der Filmjournalisten und Filmjournalistinnen SVFJ)