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Buchvernissage HOLLYWOOD IN CANNES am 29. Mai in Zürich

29.5.2009


Hollywood in Cannes

Texte

Anlass der Vernissage des Buch HOLLYWOOD IN CANNES, DIE GESCHICHTE EINER HASSLIEBE 1939-2008" und Podiumsdiskussion mit dem Zürcher Wirtschaftsanwalt Adriano Viganò einladen. Viganò hat in den 90ern die Disney-Verleihniederlassung Buena Vista International in der Schweiz aufgebaut und das internationale Marketing des Majors in LA geleitet. Er hat mehrere Filme in Cannes lanciert, u. a. DIE HARD, WITH A VENGEANCE, und wird erzählen, wie und warum die Majors das Festival als Plattform nutzen und was es braucht, bis Stars wie Bruce Willis oder Sharon Stone an der Croisette über den roten Teppich gehen.
Freitag, 29. Mai 18h15 Zürich Filmpodium, anschliessend HEAVEN'S GATE von Michael Cimino
Der Buchdeckel schreibt Canne$ mit einem Dollarzeichen und weist so auf den direkten Gegensatz hin zwischen Geld und Kunst. Dieser Gegensatz prägt die ganze Geschichte des Festivals, da die Hollywood Studios nur ein Ziel verfolgen, wie ein Produzent sagt: "The poursuit of making money ist the only reason to make movies. We have no obligation to make history. We have no obligation to make art. We have no obligation to make a statement. Our obligation is to make money, and to make money, it may be necessary to make history. To make money, it may be important to make art, or some significant statement." Was dieses Buch spannend macht, ist dass, wie dieses Zitat schon andeutet, Hollywood einen Hegemonieanspruch hat und in Cannes präsent ist, um den europäischen Markt zu besetzen. Man kommt nicht um teilzunehmen, sondern man kommt um zu gewinnen, aber das ist gar nicht so einfach, und die amerikanischen Akteure handeln auch nicht immer koordiniert. Da gibt es Konfrontationen, Boykotte wegen verweigerten Preisen oder schlechten Filmkritiken, aber auch die Eintracht mit den Autoren des New Hollywood wie Altman und Coppola. Aber auch wenn man gewinnt, kann es dem Film schaden: "Cannes est le baiser de la mort. Cela signifie qu'un film est artistique." So zeigt Hollywood lieber die Filme ausser Wettbewerb und benutzt Cannes als Promotionsmaschine. Zuletzt mit THE DA VINCI CODE, der als Eröffnungsfilm in Cannes und gleichzeitig mit 17000 Kopien weltweit gestartet wurde und zwar mit einem Erfolg: Fast ein Drittel der 750 Millionen USD wurde am ersten Wochenende realisiert. Andererseits ist Cannes angewiesen auf Hollywood und seine Stars, das das Festival eine weltweit einmalige Medienabdeckung beschert. Die Festivalleitung ist deshalb immer auf einem Gratweg zwischen Anpassung und Widerstand. Wer verstehen möchte, wie Festivals funktionnieren und wie sie im heutigen Kontext überleben, für den ist dieses Buch eine Pflichtlektüre. (MB)