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Be with me

Be with me

Singapore 2005 90'

Regie: Eric Khoo
Drehbuch: Eric Khoo, Wong Kim Hoh
Kamera: Adrian Tan
Ton: Kazz
Schnitt: Low Hwee-Ling
Musik: Kevin Mathews


Internet:
trigon-film





Eric Khoo lädt uns ein auf eine Reise zum Sein. Er spinnt drei verschiedene fiktive Lebensfäden und verwebt sie mit der realen Figur der Taubblinden Theresa Chan, die seit über fünfzig Jahren ohne Gesichts- und Gehörsinn lebt und eine wohltuende Kraft ausstrahlt. Kann es sein, dass sie uns wieder besser sehen und hören macht? Es geht in diesem Spielfilm um zentrale Elemente des Lebens wie die Liebe, die Hoffnung und das Schicksal. Und es geht um die menschliche Sehnsucht nach dem Zusammensein, der Nähe. Da sind die verhinderten Liebschaften eines Mädchens, die geheime Bewunderung eines Sicherheitsagenten für eine junge Kaderangestellte und der alte Mann, der den Tod seiner Frau nicht überwinden kann. Es sind wunderbare Geschichten über die Liebe in unterschiedlichen Lebensaltern. Und mitten drin jene reale Frau, die das Leben ohne Sehen und Hören meistert. BE WITH ME ist ein sinnlicher und besinnlicher Film, der wohl tut.

Häufig kommen grosse Filme ganz sanft und leise daher. Unauffällig entwickeln sie ihre Kraft und Ausstrahlung in der Zeit ihrer Dauer von innen heraus, still und ohne viel Aufhebens. Dafür umso nachhaltiger. Von Zeit zu Zeit sitzt man da im Kino und staunt wie ein Kind. Mag sogar sein, dass man auf Anhieb nicht einmal genau sagen könnte, weshalb, man fühlt sich einfach in eine andere Stimmung versetzt und lauscht und schaut. Und immer wieder erfährt man auch, wie Geduld sich lohnen kann. Mit grosser Präzision hält der Filmer Khoo fest, was fliessend ist. Mit viel Einfühlungsvermögen bringt er uns seine Figuren näher, egal, ob erfunden oder real: Sie sind dem Leben abgeschaut, sie zeichnen Konturen von Momenten nach, die uns allen wichtig sind und elementar. Was sind wir ohne andere? Was ist das, was man mit Zärtlichkeit bezeichnet, wirklich? Was fehlt uns in der Abwesenheit? Der Film führt uns vor Augen, wie wir von einer Sehnsucht getrieben sind: Jener, jemanden zu haben, der mit uns ist. Eric Khoo hat einen Film gedreht, der von der Liebe in drei verschiedenen Lebensaltern handelt, einen Film der Stille, und das allein fällt schon auf in unseren Zeiten des Lärms. Jede Einstellung spricht für sich, erzählt aus sich heraus und wirkt konzentriert auf das Wesentliche. Die Kamera ist fast unbeweglich, der Dialog auf ein Minimum beschränkt, das Essen Sinnbild für das Verhältnis zu den Anderen. Und die 61-jährige Taubblinde Theresa Chan, die Eric Khoo zu diesem Film inspiriert hat, spielt mitten in der Fiktion ganz einfach sich selbst. In ihr kommt die Sehnsucht nach der Berührung, der Nähe und dem Empfinden besonders intensiv zum Tragen.

Walter Ruggle, trigon-film