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Amandla!

Der Film AMANDLA! blendet zurück auf 40 Jahre Kampf gegen die Rassentrennung in Südafrika. Er tut dies, indem er die Geschichte des Widerstands über die Musik erzählt. Unter dem Apartheid-Regime war es Schwarzen verboten laut zu singen, Lieder aufzunehmen oder Musikaufnahmen zu besitzen. Heute sind viele dieser verbotenen Lieder zu Nationalhymnen geworden. Und AMANDLA! zu einem ungemein bewegenden Musikfilm über die Pflicht zum Widerstand gegen das Unrecht. Der Titel AMANDLA! spricht ja schon für sich. Er stammt aus dem Xhosa und bedeutet übersetzt: Power, Kraft. Amandla war während Jahrzehnten der Begriff für den Schrei nach Gerechtigkeit im ehemaligen Unrechtssystem Südafrikas, wo man die Apartheid eingeführt hatte und die Menschen mit ihren Gesetzen in unterschiedliche Klassen mit unterschiedlichen Rechten einteilte. Der himmelschreiende Zustand wurde von den Wirtschaften und der Politik des Nordens massgeblich mitgetragen.

Lee Hirsch hat den vierzig Jahren Rassentrennung mit seinem Film nicht nur ein Denkmal wider das Vergessen gesetzt, er schafft es auch, uns über die Musik ein Stück jüngster Geschichte auf bewegende Art vor Augen und Ohren zu führen. Es steckt eine ungemeine Kraft in diesem Musikfilm, in dem die grössten Stars Südafrikas zu Wort und zu Auftritten kommen. Es ist die Kraft des Widerstands, und dieser nährt sich unter anderem aus einem Stolz an der eigenen Kultur, aus einem Ehrgefühl auch, das von den sich als Herrenrasse gebärdenden Weissen tagtäglich mit Füssen getreten wurde.

Die Musik bewegt, und der Film AMANDLA! macht auch wieder einmal deutlich, wie elementar wichtig die Kultur für den Menschen ist. Ohne sie läuft nichts, über sie geschieht eine Auseinandersetzung mit dem, was ist. Die Musikerinnen und Musiker, die im Film zu Wort kommen, haben sich und ihre Arbeit teils unter Lebensgefahr in den Kampf fürs simple Menschenrecht gestellt, einzelne sind umgebracht worden, weil sie gesungen haben. AMANDLA! reisst mit und macht Mut, ganz abgesehen davon, dass er einige der grössten Musikerinnen und Musiker Afrikas mit ihren Songs auftreten lässt.

Walter Ruggle, trigon-film