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Zu Fuss nach Santiago de Compostela

Bruno Moll

Festival de Film Locarno 2007: Semaine de la critique Locarno

Das Weggehen war ein grosser Schritt. Und am Ende habe ich erkannt, alles so zu nehmen, wie es kommt. Man muss mit offenen Augen empfangen.
Roman Weishaupt

Vor zwanzig Jahren rief der Europäische Rat dazu auf, den legendären Jakobsweg wiederzubeleben. Das gelang in einem Masse, welches die Pilgerströme anschwellen liess wie Schmelzwasser. Viele Wege führen nach Rom und viele auch nach Santiago de Compostela, dem Ort, wo die Gebeine des Apostel Jakobus ruhen sollen. Die europäischen Routen, allein in der Schweiz gibt es ein halbes Dutzend, vereinigen sich irgendwo in den Pyrenäen und führen nach Nordspanien. Weil ihm nach der Uni nichts Besseres einfiel, nahm letztes Jahr auch einer aus der Schweiz die Beine untern Arm und marschierte los, einfach so, vom bündnerischen Degen nach Nordspanien. Er heisst nicht Hape Kerkeling (und landet keinen Buch-Bestseller), hat aber dasselbe Ziel: die Kathedrale von Santiago de Compostela: 2300 Kilometer liegen beim Abmarsch vor dem Bündner Roman Weishaupt, der sein Studium als Theaterpädagoge abgeschlossen hat und sich den Weg zum Ziel setzt. Doch der Rätoromane begibt sich nicht aus religiösen Gründen, sondern aus purer Lust und Laune auf den berühmten Jakobsweg.
Wandert via Wallis und Welschland Richtung Westen, nach Frankreich, in die Pyrenäen. Er findet unterwegs viel Zeit zum Philosophieren und Meditieren, durchlebt Momente der Besinnung und Erfahrungen. Doch warum tut sich das einer an - diese Blasen an den Füssen, die tägliche Suche nach einer Herberge, diesen Kulttourismus mit Jakobsmuschel und Pilgerpass?
Der Film von Bruno Moll beschreibt zwischen Reflexion und Realität oszillierend eine persönliche Erkundung und Wertschöpfung und zieht dabei die Zuschauer unaufdringlich mit ein. Man erlebt mit dem Protagonisten Frust und Freude, entdeckt unbekannte Orte, wird Zeuge alltäglicher Unzulänglichkeiten und diverser erheiternder Begegnungen mit Wanzen, Wirtsleuten und Pilgerpassanten; alles hautnah fotografiert vom Wanderer Weishaupt und von Filmemacher Bruno Moll, der seinen Protagonisten an 30 von insgesamt 80 Tagen begleitet. Wandererbilder reihen sich aneinander, verwandeln sich in einen Strom, der im Rhythmus des Wanderns, im Sog beschaulicher Beharrlichkeit zur Musse und Einkehr einlädt: wohltuende Impressionen gegen Hektik, Geschwätzigkeit und Flüchtigkeit.
Rolf Breiner

Bruno Moll

Geboren 1948 in Olten. Lehre als Maschinenzeichner. Ab 1972 Ausbildung zum Fotografen bei Achilles B. Weider in Zürich. Ab 1974 Arbeit als freier Fotograf, Kameraassistent und Kameramann. Seit 1978 als freier Autor und Filmemacher tätig. Realisiert seit 1984 auch Dokumentarfilme fürs Fernsehen.

2012 ALPSEGEN
2010 PIZZA BETLEHEM
2007 DIE TUNISREISE
2007 ZU FUSS NACH SANTIAGO DE COMPOSTELA
2005 ERINNERN
2005 VENEDIG SOLL SEHR SCHÖN SEIN
2004 WER KEINEN PASS HAT, IST EIN HUND - BERTOLD BRECHT UND DIE SCHWEIZ
2003 DIE TROMMELN VON HARAR
2002 TROMMELN UND TRANCE
2001 DER TUNNEL - 24 STUNDEN UNTER DEM GOTTHARDMASSIV
2000 ERICH VON DÄNIKENS TRAUM - EIN RÄTSELPARK FÜR DIE IRDISCHEN
2000 KLANKÖRPER - DER SCHWEIZER PAVILLON AN DER EXPO 2000 IN HANNOVER
1999 MIGRÄNE - INFERNO IM KOPF
1998 BRAIN CONCERT
1997 GOLF & GOLF - ZWEI MÄNNER AM BALL
1996 MÜESLILAND
1995 MEKONG
1995 DER TRAUM VON DER EIGENEN FIRMA
1995 CHAOSPILOTEN
1993 DIE BÖSEN BUBEN
1992 GENTE DI MARE
1989 FEUER FREI!
1988 DER SCHUH DES PATRIARCHEN
1987 HUNGERZEIT
1985 HAMMER
1984 ZWSICHEN HIMMEL UND HÖLLE
1982 DAS GANZE LEBEN
1980 SAMBA LENTO
1978 GOTTLIEBS HEIMAT - SKIZZEN EINER AUSWANDERUNG

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EAN 7640120991463
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DVD
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Region 2
FSK: 10+

Sprachen: VO Romantsch Deutsch Français English Español
Untertitel: Deutsch Français English

Zu Fuss nach Santiago de Compostela
CH/Polen 2007 95'
Regie: Bruno Moll
Drehbuch: Bruno Moll
Kamera: Bruno Moll, Roman Weishaupt
Ton: Balthasar Jucker, Rolf Büttikofer
Schnitt: Anja Bombelli
Musik: Wädi Gysi
Produktion: PS Film, Peter Spörri

Stichworte
Religion
Dokumentarfilm

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