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 Work Hard Play Hard

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Marcel Wyss

Der eine hat erst die Finger vom Kokain gelassen, als er dem Tod ins Auge sah. Der andere glaubt seinen Konsum im Griff zu haben und will weiterkoksen, wenn möglich bis ans Lebensende. Der Film erzählt die Geschichte zweier Kokser. Da der rastlose Yuppie, dort der verlebte Clown. Eine Milieustudie, die vor Augen führt, was Kokain mit Menschen macht und die Grenzen zwischen Dokumentarfilm und Animationsfilm verwischt.

Der Bund: Was die Droge mit Menschen anstellt

Im Kokain-Dokumentarfilm WORK HARD PLAY HARD versuchte der Berner Marcel Wyss, seinem Stoff so nahe wie möglich zu kommen – Selbstversuch inklusive.
Wyss nahm sich für seinen Film viel Zeit, insgesamt vier Jahre. Er recherchierte ein Jahr lang, bewegte sich auf Internet-Foren und tauschte sich mit Suchtexperten, Psychologen und Drogen-Gegnern aus. Trotzdem – WORK HARD PLAY HARD ist nicht Theorie, sondern Praxis. Statt im Film Fachleute zu Wort kommen zu lassen, begleitet Wyss seinen jungen Protagonisten mit der Kamera: wenn er beim Dealer einkauft, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt, wenn er kocht und zum Dessert eine Linie zieht, wenns in den Club geht und von der Tanzfläche zur Toilette – ein ums andere Mal, bis das Bild wacklig wird, die Musik unerträglich und der Protagonist unerträglich überheblich.
Doch wie ermöglicht man dem Zuschauer eine solche Nähe und gewährt gleichzeitig dem Protagonisten die nötige Anonymität? Wyss hat zu einem ungewöhnlichen Mittel gegriffen: «Es war uns klar, dass wir keine Fernseh-konforme Art der Anonymisierung wollten, keinen Kopf im Gegenlicht, kein verpixeltes Gesicht. Schliesslich haben wir uns dafür entschieden, die Filmbilder im Comic-Stil zu überzeichnen.» So erhält der Protagonist zwar ein Gesicht, das eine gewisse Identifikation zulässt, aber bleibt doch anonym. Ein aufwendiges Verfahren: Der Illustrator Rodja Galli und sein Team zeichneten insgesamt 14000 Bilder nach.
http://www.derbund.ch

Marcel Wyss

Geboren 1978 in Härkingen. 1995-99 Lehre als Konstrukteur und Maschinenzeichner. 2000-04 Tätig als Barkeeper, Sportartikelverkäufer, Lagerist, Hilfsmaler, Hilfsschreiner, Hilfselektromonteur. 2001-05 Studium an der HGKL (Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern), Fachbereich Visuelle Kommunikation / Video. 2004 Gaststudium an der HFF (Hochschule für Film und Fernsehen «Konrad Wolf») in Potsdam-Babelsberg, Fachbereich Montage/Dramaturgie.

2012 WORK HARD PLAY HARD
2005 NACH DEM FALL
2004 ICH SEHE WAS WAS DU NICHT SIEHST

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Work Hard Play Hard
CH 2012 40'
Regie: Marcel Wyss
Drehbuch: Marcel Wyss
Kamera: Dominik Gehring, Tobias Kaufmann, Tobias Wyss
Ton: Janosch Röthlisberger, Marcel Wyss, Peter von Siebenthal
Schnitt: Marcel Wyss, David Fonjallaz
Musik: Niklaus Hürny, Fabian M. Mueller, Alexandre Maurer, Don Li
Produktion: Lomotion AG

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