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 Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht schuld, dass wir da sind

Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht schuld, dass wir da sind

Fredi M. Murer

Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI, 1975 am Filmfestival Locarno

Ein ethnographischer Dokumentarfilm in drei Sätzen. Diese spiegeln die drei unterschiedlichen, nebeneinander existierenden Entwicklungsstadien dieses Bergkantons. In Göschenen, am Fusse des an der europäischen Nord- Süd-Achse liegenden Gotthards, hat die Industrialisierung längst Einzug gehalten: aus den ehemaligen Bergbauern sind Angestellte und Arbeiter geworden. Im Schächental hingegen pflegt man noch die traditionelle Familien-Alpwirtschaft. Und das Dorf Bristen im Maderanertal findet sich mitten im Umbruch, man pflegt zwar noch die traditionelle Landwirtschaft, gleichzeitig aber verlassen täglich 250 Einwohner den Ort, um auswärts zur Arbeit oder zur Schule zu gehen.

  1. Göschener Tal
    «Es muss eine ganz andere Änderung geben in diesem ganzen Ding da.»
  2. Schächental
    «Diese Kinder haben bereits die Leidenschaft vom Älplerwesen geerbt.»
  3. Maderanertal
    «Aber wir sagen uns manchmal, wir sind so Bürger 2. Klasse.»

"Ich glaube, die alpine Welt verändert sich langsamer als die städtische. Dennoch ist alles im Wandel. Viele Heimwesen und Alpen, die damals nur zu Fuss erreichbar waren sind heute mit Strässchen erschlossen und wo ein Kräutergärtchen war sind heute Parkplätze. In meine Ohren hat sich auch der Urner Dialekt verändert. Der Film ist darum auch eine Art Gedächtnis-Speicher über die schöne und archaische Ausdrucks- und Erzählweise der damaligen Zeitzeugen."
Fredi M. Murer

"Ein grosser Wurf war 1974 Fredi M. Murers WIR BERGLER IN DEN BERGEN SIND EIGENTLICH NICHT SCHULD, DASS WIR DA SIND. Das weitausholende, ruhige und eindringliche Werk schildert nicht nur den Alltag von Bergbauern aus drei Urner Bergtälern mit seinen beschwerlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen, sondern spürt auch dem in der Sagenwelt und im Unheimlichen wurzelnden magischen Lebensgefühl nach. Dieser Film über ein schweizerisches "Entwicklungsgebiet" ist ein bedeutendes volkskundliches, gesellschaftspolitisches und menschliches Dokument."
Franz Ulrich, medientipp

"Fredi M. Murers Film über Arbeit und Leben der Urner Bergbevölkerung schildert in instruktiver und zugleich höchst ansprechender und künstlerisch hervorragender Weise einen Ausschnitt alpiner Kultur. Mit Bezug auf die Bergbauern des Urnerlandes leistet dieser Film einen bemerkenswerten Dienst. Da wird dem Betrachter keine fertige These vorgesetzt, weder diejenige von den Bergbauern als «Kraftquell der Nation», noch diejenige von den Berglern als Ausgestossene der Wohlstandsgesellschaft. Gezeigt wird das tatsächliche Leben der von einer Höhenstufe zur andern mit ihrem Vieh umherziehenden Bergler und ihrer Familien. Wie sich bei der beschwerlichen, stets an die natürlichen Schranken der Alpennatur stossenden Wirtschaftsweise auf genossenschaftlichem Boden und ererbtem «Eigen» eine originelle Kultur der Familie und der Gemeinschaft erhalten hat, wird dem Betrachter ebenso klar zum Bewusstsein gebracht wie die Probleme, die sich aus der Auseinandersetzung der Urner Bergler mit den von aussen auf sie einwirkenden Kräften der Moderne – Bau von Kraftwerken und Sog der Unterlandes – ergeben. Diese Problematik wird von den Betroffenen, Männern, Frauen und Kindern aus ihrer eignen Sicht und ihrem alltäglichen Erleben her in eindrucksvoller und durch die Verwendung der heimischen Mundart höchst unmittelbarer und prägnanter Weise zum Ausdruck gebracht. Ein menschlich ergreifender, volkskundlich wertvoller und gescheiter Film!"
Arnold Niederer, Professor für Volkskunde an der Universität Zürich

«Auf alle formalen Spielereien und Effekte, die in seinen früheren Filme öfters eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben, hat Murer diesmal verzichtet und sich ganz in den Dienst dieser Bergler, ihres Daseins und ihrer Sorgen gestellt. Murers Einstellung kommt in erster Linie darin zum Ausdruck, wie er den Film gemacht hat, und sein persönlicher Kommentar dürfte vor allem in den Musikstücken, die er für einzelne Sequenzen – György Ligeti zu den Tunnelbildern am Beginn, ein unbekanntes Stück von Prokofieff bei der Erwähnung eines Lawinenunglücks im Schächental und andere mehr – verwendet hat, liegen. (...) Als Dokument unserer schweizerischen Gegenwart besitzt Murers Film grossen kultur- und staatspolitischen Wert. Denn nicht zuletzt ist er eine Herausforderung an die Glaubwürdigkeit unserer viel berufenen eidgenössischen Solidarität.»
Zoom

Fredi M. Murer

Geboren 1940 in Beckenried. Ausbildung an der Fachklasse für Fotografie an der Schule für Gestaltung Zürich. Mitarbeit an der EXPO 64. 1970 Gastlehrer an der Gilford Arts School London. 1975-76 Studienaufenthalt in den USA. Seit 1967 Arbeit als freischaffender Filmemacher und Produzent in Zürich. 1992-96 Präsident des Verbandes Schweizerischer Filmgestalterinnen und Filmgestalter.

2006 VITUS
2004 DOWNTOWN SWITZERLAND
1998 VOLLMOND
1990 DER GRÜNE BERG
1985 HÖHENFEUER
1978 GRAUZONE
1974 WIR BERGLER IN DEN BERGEN SIND EIGENTLICH NICHT SCHULD, DASS WIR DA SIND
1971 PASSAGEN
1969 SAD-IS-FICTION
1966 BERNHARD LUGINBÜHL
1966 CHICOREE
1965 PAZIFIK – ODER DIE ZUFRIEDENEN
1965 BALANCE
1962 MARCEL

Livres
2008 DECADRAGES 12: DOSSIER FREDI M. MURER
1981 FREDI M. MURER

News

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EAN 6619947001273
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 Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht schuld, dass wir da sind

Preis: 35.00 CHF
Vergriffen
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DVD5
PAL 4:3
Region 2

Sprachen: Schweizerdeutsch
Untertitel: Deutsch

Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht schuld, dass wir da sind
CH 1974 108'
Regie: Fredi M. Murer
Drehbuch: Fredi M. Murer
Kamera: Iwan Schumacher
Ton: Luc Yersin
Schnitt: Fredi M. Murer, Eveline Brombacher
Produktion: Nemo Film

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