artfilm.ch
Preis: 35.00 CHF
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DVD5
PAL 16:9
Region 2
FSK: 0+
Sprachen: Georgian
Untertitel: Deutsch English
Wie Luft zum Atmen
D 2005 90'
Regie: Ruth Oslhan
Drehbuch: Ruth Oslhan
Kamera: Markus Winterbauer
Ton: Paul Oberle
Schnitt: Christian Matern
Stichworte
Musik
Georgien
Locarno
Dokumentarfilm
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Wie Luft zum Atmen
Ruth Olshan
Eine musikalische Reise in ein kleines Land zwischen Asien und Europa, das zu unrecht zwischen den Grenzen der Kulturen vergessen wird: Georgien, das hier in seiner ganzen Schönheit, seinem Zauber und seiner Vielfältigkeit eingefangen ist.
Ruth Olshan entdeckt vor allem die beeindruckende Musik Georgiens, in der die kulturelle Identität seiner Bewohner tief verwurzelt ist.In den fast verloren gegangenen und wieder entdeckten Gesängen und Tänzen, die die UNESCO auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt hat, meint man Stimmen und Lieder aus einer vergangenen Zeit zu hören.Musik sei für sie so wichtig wie die Luft zum Atmen, erzählt eine Protagonistin im Film und man versteht sie sofort. Ruth Olshans vielschichtiges Porträt eines Landes, seiner Menschen und ihrer Musik zeigt, was das Besondere an der georgischen Musik ist: die Lebendigkeit der Folklore im Alltag, die aufrecht erhaltene Tradition, die in den Texten gespeicherten Mythen, das soziale Erleben der Musik, die regionale Unterschiedlichkeit der Kultur, und die Musiker, die die Musik heute auch in Pop- und Jazzbereiche weiterführen. Dabei gelingt es visuell anschaulich und akustisch faszinierend, diese einzigartige Kultur zu vermitteln, in denen die künstlerische Tätigkeit eine existentielle Bedeutung für den einzelnen Menschen hat.
Sie ist eine umstrittene Gestalt der griechischen Mythologie: Medea, die Zauberin, die Verstossene, die Verräterin und Mörderin. Sie war die älteste Tochter des Königs von Kolchis. und half den Argonauten, das Goldene Vlies zu finden. Ihre Heimat, das Königreich Kolchis, war das Land zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus (West-Georgien bis in die Nordost-Türkei). Kolchis und Iberien (Ostgeorgien) waren voneinander unabhängige Königreiche. In diesen Grenz- und Übergangsbereich zwischen Okzident und Orient führt uns die Filmerin Ruth Olshan in ihrem ersten langen Kindokumentarfilm "Wie Luft zum Atmen". Entsprechend den historischen Wurzeln ist die Volkskultur der Georgier vielschichtig. Der Begriff Georgien wird hier allgemein und unprätentiös angewandt, so wie er bei den Einheimischen gebräuchlich ist. "Unser wichtigstes Ziel", sagt einer der Protagonisten, "ist es, den Kindern von Anfang an die Liebe zum Volk und zur eigenen Kultur zu vermitteln." Das geschieht vorwiegend über Gesang, Tanz und Musik. Ein Charakteristikum der georgischen Gesangskultur ist die Vokalpolyphonie. Dieser mehrstimmige Chorgesang zeichnet sich durch komplexe Strukturen aus.
Ruth Olshan porträtiert in ihrem Film Musiker mit verschiedenen Arbeitsansätzen: einen Männerchor, der im Kaukasus altem Liedgut nachgeht und es pflegt, einen Frauenchor, das Tanzensemble einer Schule und Musiker, die georgische Volksmusik weiterentwickeln. Es gibt einen gemeinsamen Nenner, den die verschiedenen Protagonisten von Olshans Film verbindet: Gesang, Musik und Tanz sind wichtige Elemente ihrer Lebensgestaltung und -haltung. Musik sei so wichtig "wie Luft zum Atmen", sagt die Leiterin des Frauenchores "Tutarchela". Die Beobachtungen und spontanen Begegnungen, von einer subtilen Kamera diskret eingefangen, machen deutlich, dass die Proben, das Singen diesen Frauen Momente beschert, die sie dem Alltag entreisst. Denn das Leben in Rustani, einer kleinen Stadt nahe Tiflis, scheint trostlos. Die Industrie ist tot, die Arbeitslosigkeit riesig. Man fragt sich, wie diese Menschen überleben. Die Schönheit und positive Energie der Chorfrauen setzen positive Lebenszeichen, auch in Momenten der Trauer. Mann und Frau singen und tanzen sich Freude und Leid von der Seele: Musik ist in Georgien allgegenwärtig, existentiell. Auch wenn ein junger Sänger die Volksmusik als "nicht sexy" einstuft, wird er von ihr gepackt: Sie geht ihm letztlich doch unter die Haut. Von dieser Faszination, dieser Lebendigkeit und Beseeltheit legt der Film Zeugnis ab.
Semaine de la Critique Locarno


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