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We Don't Care About Music Anyway
F 2009 80'
Regie: Gaspard Kuentz, Cédric Dupire
Ton: Jacob Stambach
Schnitt: Charlotte Tourrès
Musik: Otomo Yoshihide, Sakamoto Hiromichi, Takehisha Ken, Yamakawa Fuyuki, Numb, Saidrum, L?K?, Goth-Trad
Produktion: Studio Shaiprod

Stichworte
Frankreich
Japan
Musik
Dokumentarfilm
Locarno

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We Don't Care About Music Anyway

Gaspard Kuentz, Cédric Dupire

Wenn Musik in Geräusch übergeht und Töne sich zu Klanggewittern verdichten, dann ist von Avantgarde die Rede – auch wenn solche Strategien mittlerweile schon eine recht lange Tradition besitzen und mit Bands wie Sonic Youth auch eine gewisse Breitenwirkung erreicht haben. Dass sie aber noch lange nicht aus geschöpft sind, demonstrieren die acht zeitgenössischen japanischen Musiker, die WE DON'T CARE ABOUT MUSIC ANYWAY... vorstellt. Ihr Klangmaterial finden sie in hochmodernen elektronischen Gerätschaften oder auf den weitläufigen Schrottplätzen Tokios, im eigenen, elek tro nisch verstärkten Herzschlag oder in einem klassischen Cello, dessen Stachel man etwa dazu benutzen kann, den Boden und die Wände eines Ab bruch hauses zu malträtieren. Die spielerische Neugier seiner Protagonisten findet sich auch in der filmischen Gestaltung der französischen Dokumentaristen Cédric Dupire und Gaspard Kuentz. Seine Qualitäten offenbart WE DON'T CARE ABOUT MUSIC ANYWAY... gerade in jenen Sequenzen, in denen nicht ein fach nur eine Darbietung abgefilmt wird, sondern die musikalische Vorgabe quasi als Partitur für die Montage dient. Dupire und Kuentz verstehen es immer wieder, Ton und Bild auf unerwartete und überraschende Weise zu verschränken und in ihrem Zusammenspiel etwas gänzlich Neues entstehen zu lassen; etwa wenn die zerhakten Klänge eines manipulierten uralten Plat ten spielers mit Aufnahmen von der Verschrottung einiger Getränkeautomaten synchronisiert werden. Die acht Tonkünstler (sieben Männer und eine Frau) kommen auch regelmässig zu Wort. In kurzen Interviews und einem verschwörerisch ausgeleuchteten Gruppengespräch räsonieren sie über den inspirierenden Einfluss der fiepsenden Videogames ihrer Kindheit oder den Konformismus der japanischen Gesellschaft.
Doch die auf Zivilisationsschrott und bunte Grossstadthektik fokussierenden Bilder interpretieren die Klänge meist besser als alle Worte. Dass, wie schon der Dichter wusste, über Musik reden immer eine schlimme Unterhaltung sei, liegt eben gerade daran, dass die Intensität ihres Erlebens grundsätzlich im Widerspruch zur Artikulation steht. Einer der Musiker spricht das Problem an, wenn er über einen anderen Gesprächsteilnehmer, einen feingliedrigen jungen Mann, der eine komplexe Form von Obertongesang beherrscht, sagt: «Wenn man Yamakawa sprechen hört, klingt er so reflektiert. Aber auf der Bühne wird er zum Tier.»
Julia Marx, Semaine de la Critique Locarno 2009

Cédric Dupire

2009 WE DON'T CARE ABOUT MUSIC ANYWAY
2008 L'HOMME QU'IL FAUT A LA PLACE QU'IL FAUT
2005 MUSAFIR

News

Internet

Kommentare

There a mistake in english. I wouldimagine it is a portrait of *Tokyo* music scene, not New york
Beny Boy 2009-07-22 Tweet

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