artfilm.ch
Preis: 18.00 CHF
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DVD5
PAL 16:9
Region 0
Sprachen: OV Schweizerdeutsch Deutsch
Untertitel: -
Wäg vo de Gass
CH 2004 53'
Regie: Rolf Lyssy
Drehbuch: Rolf Lyssy
Kamera: Rolf Lyssy
Ton: Rolf Lyssy
Schnitt: Rainer M. Trinkler
Musik: Bruno Spoerri
Stichworte
Gesellschaft
Gesundheit
Drogen
Dokumentarfilm
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Wäg vo de Gass! (CH)
Plädoyer für die kontrollierte Heroinabgabe
Rolf Lyssy
Seit meine Familie weiss, dass ich nicht mehr auf der Gasse bin und das Heroin im Zokl holen kann, ist es für sie auch einfacher, weil dann müssen sie keine Angst haben um mich.
Aishe B.
Ich denke der Erfolg vom Zokl2 ist, dass ich wieder meine Strukturen aufbauen konnte durch das, dass ich meine Dosis geregelt einnehmen kann.
Alex G.
Ich fühle mich nicht als Junkie. Ich fixe, aber mait hat's sich. Ich fühle mich nicht als Abschaum, ich lasse mich nicht hineinreissen in das, aber ich mache mich nicht selber schlecht.
Markus R.
Der Film will über die Drogenproblematik und im speziellen über die kontrollierte Heroinabgabe informieren, aufklären, und die nach wie vor in der Gesellschaft bestehenden Unsicherheiten und Ängste abbauen.
Für Dorgenabhängige, die zur heroingestützten Behandlung zugelassen werden, ist die von der ARUD Zürich (Arbeitsgemeinschaft für risikoarmen Umgang mit Drogen) betriebene Polyklinik Zokl2 (Zürcher Opiatskonsumlokal) eine Art Rettungsinsel. Sie können dort unter Aufsicht, hygienisch einwandfreien Bedingungen, ohne Druck und Stress, nicht nur reines Heroin konsumieren, sondern auch ihre seelischen und körperlichen Probleme mit Ärzten und Therapeuten besprechen und behandeln lassen.
Die heroingestütze Behandlung ist eine schweizerische Pionierleistung, die national und international auf grosses Interresse stösst. Im Film ermöglichen Patienten und Angehörige einen eindrücklichen Einblick in ihr Leben. Zusätzlich nehmen Ärzte und Mitarbeitende der Poliklinik Zokl2 der ARUD Zürich sowie externe Fachleute Stellung (u.a. Prof. Dr. Thomas Zeltner, Bundesamt für Gesundheit und der bekannte deutsche Drogenexperte Günter Amendt).
«Eigentlich müsste man die Welt verändern, die die Menschen zum Drogenkonsum treibt, und nicht die Drogensüchtigen selbst» – ein grosses Wort, das Thomas Zeltner, Direktor des Bundesamtes für Gesundheit, im neuen Film von Rolf Lyssy WÄG VO DE GASS! gelassen ausspricht. Tatsache ist, dass eine Gesellschaft ohne Drogen wohl eine Illusion bleibt, «dazu ist der Mensch zu unberechenbar, zu sehr mit seinen eigenen Widersprüchen behaftet», meint auch der Filmemacher selbst.
Gleichgültig ist Rolf Lyssy diese Situation trotzdem nicht. Mit WÄG VO DE GASS! hat er ein filmisches Plädoyer für die kontrollierte Heroinabgabe geschaffen, die durch eine wohldosierte Mischung aus sachlich vorgetragenen Fakten von Fachleuten und persönlichen Erfahrungen von Drogenabhängigen mitten ins Schwarze trifft. Der Regisseur bringt eine Vielzahl von Aspekten der Thematik in seinen Film ein, ohne sich zu verzetteln. Er klärt auf, ohne massregelnd oder moraltriefend daherzukommen. WÄG VO DE GASS! ist ungeschönt und kommt ganz ohne Schnickschnack aus – und geht trotzdem (oder gerade deshalb) unter die Haut.
Zürcher Zeitung P.S.
"Ich habe durchaus eine anarchistische Ader"
Aus einem Interview in der SonntagsZeitung vom 12.09.2004
Was macht Sie süchtig?
Ich bin kein Suchtcharakter. Gelegentlich eine Zigarre – das reicht mir. Ich giere nicht mal nach Erfolg. Wäre ja schrecklich. Abhängig bin ich nur vom Leben. Und von Faktoren, die mir darin eine Balance schaffen.
An Ihrer Arbeit können Sie sich aber durchaus berauschen, oder?
Nein, aber sie bewahrt meine Leidenschaft. Eine, die nie missionarisch war.
Hatten Sie schon mal was intus, das Sie für Momente aus Problemen katapultierte?
Freiwillig und im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte – nein. Chemie war noch nie mein Retter. Vor sechs Jahren hatte ich eine schwere Depression, und ich wehrte mich bei den Ärzten gegen jedes neue Medikament.
Weitum kennt man Sie als Regisseur, der DIE SCHWEIZRMACHER drehte. Ein lieblicher Stoff, gemessen an ihrem aktuellen. Radikalisieren Sie sich mit zunehmendem Alter?
Ich habe durchaus eine anarchistische Ader (lacht). Und ich spüre, dass ich in vielem rabiater werde. Wütend gegen intolerante Menschen, die einen einengen und dominieren möchten.
Aus einem Interview in der NZZ vom 24.2.2006
Sie griffen im Jahr 2004 mit dem Dokumentarfilm WÄG VO DE GASS! in einen lokalpolitischen Abstimmungskampf ein. Weshalb?
Themen wie die kontrollierte Heroinabgabe haben mich schon immer interessiert. Der Film wird nun auf DVD mit Untertiteln auch im Ausland vertrieben. Ich bin gespannt, was das Dokument unserer Drogenpolitik, die international Vorbildcharakter hat, dort bewirken kann.
Gibt es einen filmischen Traum, den Sie noch verwirklichen möchten?
Ich habe beruflich keine Träume mehr und lasse mich nicht mehr stressen. Es gibt einige Themen, die mich interessieren - ob sie sich realisieren lassen, weiss ich nicht. Ich hatte vorletztes Jahr ein hochinteressantes Dokumentarfilmprojekt über vier Schweizer Jazzsaxophonisten; Bund und Fernsehen lehnten die Beitragsgesuche aber ab. Auch im Rentenalter muss ich mit Finanzierungsfragen kämpfen, wie vor 30 Jahren. Wozu soll ich da noch Ambitionen entwickeln? Aber doch, einen Traum habe ich noch: mit meinem Sohn, der Kameramann ist, einen Film zu drehen.
Rolf Lyssy
Geboren 1936 in Zürich. Ausbildung zum Fotografen. 1956-63 Kameraassistent bei Dokumentar-und Spielfilmen. Arbeitet als Kameramann, Cutter, Drehbuchautor und Regisseur.
2011 URSULA - LEBEN IN ANDERSWO
2009 HARD(YS) LIFE
2006 DIE VITUSMACHER
2004 WAEG VO DE GASS
2002 SCHREIBEN GEGEN DEN TOD
1999 LEO STERNBACH
1994 EIN KLARER FALL
1992 EIN TROMMLER IN DER WÜSTE
1989 LEO SONNYBOY (STEPHANIE GLASER COLLECTION)
1983 TEDDY BÄR
1981 KASSETTENLIEBE
1978 DIE SCHWEIZERMACHER
1974 KONFRONTATION
1971 VITA PARCOEUR
1968 EUGEN HEISST WOHLGEBOREN
Buch: 2001 SWISS PARADISE
News
- Wäg vo de Gass! 2006-04-05
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