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 Wachsen und Durchdringen

Wachsen und Durchdringen

Die Bildhauerin und Malerin Gertrud Guyer Wyrsch

Stefan Hugentobler

Letzte Exemplare

Seit über 60 Jahren arbeitet die Bildhauerin und Malerin Gertrud Guyer Wyrsch an der Entwicklung ihrer Formensprache. Auch heute noch betritt die 87-jährige Künstlerin täglich eines ihrer 4 Ateliers in Stans oder in Bern. Ihre Knäuel, Türme und Gemälde bezeichnet die mehrfache Preisträgerin als „vorläufige Ergebnisse“ eines Arbeitsprozesses. Der Bieler Filmemacher Stefan Hugentobler hat Gertrud Guyer Wyrsch während eineinhalb Jahren mit seiner Kamera begleitet und sich mit ihr und mit namhaften Kunstexperten über ihr Werk und ihren Werdegang unterhalten. WACHSEN UND DURCHDRINGEN ist eine unterhaltsame audiovisuelle Dokumentation und das Portrait einer bemerkenswert vitalen Künstlerin.

Eine Lektion in Gegenwärtigkeit

Der Film beginnt, wo er endet: Gertrud Guyer Wyrsch arbeitet an einer ihrer Knäuelskulpturen, einer Endlosschlaufe aus Kirschenholz. Damit nimmt Stefan Hugentobler eines der Hauptmotive in Gertrud Guyer Wyrsch’s Schaffen, das Zusammentreffen von Anfang und Ende, auf und setzt dazu ein filmisches Pendant. „Das ist eine Form von Glück“, hört man Gertrud Guyer Wyrsch in dieser ersten Szene aus dem Off sagen, und sogleich wird klar: hier ist jemand mit bedingungsloser Hingabe ans schöpferische Tun am Werk.

Eine Reihe von Atelierbesuchen bilden die Basis des 50 minütigen Dokumentarfilmes. Darum herum gruppiert sind eine Ausstellungseinrichtung im Bruderklausenmuseum in Sachseln, eine Reise nach Spanien, eine gemeinsame Begehung von Guyer – Wyrsch’s Archiv in Bern, eine Vernissage in der Radical Galery in Zug sowie ein ausführlicher biografischer Teil.

Neben Gertrud Guyer Wyrsch kommen in Hugentoblers Film diverse Kunstfachleute zu Wort. Der Berner Kunstgeschichtsprofessor Norberto Gramaccini sieht in Gertrud Guyer Wyrsch eine Ausnahmeerscheinung im Kunstbetrieb. Nur sehr wenige Kunstschaffende hätten das Potenzial, sich bis ins hohe Alter fortlaufend weiterzuentwickeln und zu erneuern und dies sei bei Gertrud Guyer Wyrsch gegeben, so Gramaccini. Die Galeristin Margit Haldemann, ebenfalls aus Bern, hat Gertrud Guyer Wyrsch an diversen Kunstmessen einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Sie sieht in Gertrud Guyer Wyrsch’s skulpturalen Arbeiten Verbindungen zu den Ausdrucksformen der ersten konstruktivistischen Künstler zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie betont jedoch gleichzeitig die Einzigartigkeit von Guyer Wyrsch’s Schaffen, das stets auf das „natürliche Wachstum“ ihrer Holzarbeiten hinziele. Der Luzerner Künstler Niklaus Lenherr hat Gertrud Guyer Wyrsch im Rahmen der Ausstellung „Berufungen“ im Sachsler „Museum Bruder Klaus“ 2006 kuratiert. Er weist auf den Aufforderungscharakter in Guyer-Wyrsch’s Arbeiten hin. „Diese Türme und Knäuel laden zum Umrunden und Erkunden ein und fordern unsere Wahrnehmung heraus“, konstatiert Lenherr. Der Berner Kunstpublizist Fred Zaugg ist mit Gertrud Guyer Wyrsch in langjähriger Freundschaft verbunden. Für ihn sind sowohl Guyer Wyrsch’s aufstrebende Holztürme als auch die organisch anmutenden Knäuelskulpturen ein Ausdruck einer lebensbejahenden Haltung. Dies wird auch durch den Nidwalner Kunstvermittler Urs Sibler bestätigt, der auf Parallelen zur Skulptur und Entwicklungen in Guyer Wyrsch’s Malereien eingeht. Neben diesen Kunstfachleuten liefern sowohl Guyer Wyrsch’s Ehemann Karl „Diego“ Wyrsch als auch ihre Tochter Anna Holenstein anekdotische Hintergrundinformationen zu Biographie und Werk der Künstlerin

Jan Galega Brönnimann, innovativer Berner Jazzmusiker (Brinkmanship, Prêt-à-Porter), hat die ruhig montierten Bilder von Hugentobler’s Film mit den sphärischen Klängen seiner diversen Saxofone und Klarinetten unterlegt und unterstreicht mit seiner anmutigen Filmmusik den beinahe meditativen Charakter von Gertrud Guyer Wyrsch’s Arbeiten.

Die Künstlerin Getrud Guyer Wyrsch

1920 in Gersau geboren, während ihrer Jugendzeit in München, lebt und arbeitet die Künstlerin heute in Bern und in Stans. Mit enormer Frische und Elan arbeitet Gertrud Guyer Wyrsch Tag für Tag mit Kreis- und Stichsäge. Dabei entstehen Knoten und Knäuel - ein immer wiederkehrendes Thema - sowie ebenso die aufstrebenden Türme und filigranen Objekte. Die kraftvollen und zugleich emotionalen Skulpturen sind zum Teil farblich akzentuiert. Durchblicke die durch Schlitze und Löcher entstehen bewirken erstaunliche optische Effekte. Die endlos scheinenden, verschlungenen Knoten und Schleifen täuschen eine Leichtigkeit vor und setzen starke Akzente im Raum.

Gertrud Guyer Wyrsch ist eine starke Persönlichkeit. Bewundernswert ist ihre ungebremste, unermüdliche Schaffenskraft, die Arbeitsintensität und ihr starker Wille. „Meine Arbeit hält mich trotz meines hohen Alters (87) immer in Spannung und grosser Arbeitsfreude“.

Stefan Hugentobler

Geboren 1965 in Luzern. Seit 1983 autodidaktische Beschäftigung mit Malerei und Fotografie. Ab 1986 regelmässige Ausstellungstätigkeit in der Schweiz und Spanien. 2001-03 Videojournalist bei «Telebielingue». Seit 2004 Dokumentarfilmer bei CIP Productions. Seit 2005 Leiter von CIP Productions, Tramelan.

2008 UNE AUTRE JEUNESSE - L'ITINERAIRE DE VIRGILE ROSSEL
2007 WACHSEN UND DURCHDRINGEN - DIE BILDHAUERIN UND MALERIN GERTRUD GUYER WYRSCH
2006 RICO WEBER - SPURENSUCHE IM MAGISCHEN KABINETT
2005 E = MC2
2005 A16-TRANSJURANE - AUTOBAHNBAU
2003 AXEL OLIVERES-AIRE - PORTRAIT EINES KATALANISCHEN MALERS
2001 AUFBAU UND VERBRENNUNG DER SKULTPTUR BERTHOLD VON BERNHARD LUGINBÜHL

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EAN 7640139362292
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 Wachsen und Durchdringen

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DVD5
PAL 4:3
Region 2

Sprachen: Schweizerdeutsch
Untertitel: -

Wachsen und Durchdringen
CH 2007 50'
Regie: Stefan Hugentobler
Kamera: Stefan Hugentobler
Schnitt: Stefan Hugentobler
Musik: Jan Galega Brönnimann
Produktion: CIP Productions

Stichworte
Malerei
Skulptur
Kunst
Dokumentarfilm

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