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Utopia Blues

Stefan Haupt

Schweizer Filmpreis 2002: Bester Spielfilm
Mac Ophüls-Preis 2002

Der Film erzählt von Rafael, einem verspielten Jugendlichen an der Schwelle zum Erwachsenwerden, der versucht seinen Drang nach Freiheit total auszuleben. Er ist wild entschlossen mit seiner Utopia Blues Band die Welt zu erobern. «Das Leben ist ein Spiel», sagt er, doch unverhofft wird daraus bitterer Ernst. Wieviel Freiheit ist erlaubt?

Die Geschichte eines jungen Mannes, der sich den Spielregeln der Gesellschaft widersetzt.

Total leben oder total sterben! Nichts dazwischen.

Sein grösster Wunsch: als freier Musiker berühmt zu werden.

Der 18 jährige Rafael Hasler «muss» seine Utopien in die Tat umsetzen, kompromisslos das tun, was er für richtig hält.

Doch seine Sehnsüchte und Ideale wachsen ihm über den Kopf, treiben ihn aus der Bahn, über die «Sicherheitslinie» hinaus.

Das ultimative Aufbäumen gegen gesellschaftliche Forderungen und Normen.

Stefan Haupt zum Background

Unsere Gesellschaft stellt an die heranwachsenen Jugendlichen hohe Ansprüche.

Die Rede ist von struktureller Gewalt, von schwindenden Freiräumen, von den Auswirkungen der Konsumgesellschaft, von Jugendarbeitslosigkeit, vom Wert und Sinnzerfall, von Aids, vom Fehlen authentischer Gefühle und Erlebnisse. Wer mit den gesellschaftlichen Ansprüchen nicht mithalten kann, oder will, taucht ab. Zu den Abgetauchten gehören häufig auch Menschen in psychiatrischen Kliniken.

Und ebenso gehören all jene dazu, die ihrem Leben selbst ein Ende setzen. Wir haben die Tendenz, Anormalität, Krankheit und Tod zu verdrängen und auszusperren.

Wenn dadurch der Eindruck entsteht, es gäbe eine eindeutig klare Linie zwischen «gesund» und «krank», wird häufig vergessen, dass sowohl in jedem Gesunden auch Krankes vorhanden ist, als auch jeder Kranke genauso «gesunde» Teile in sich trägt.

Ebenso ausgeblendet wird, was der bekannte Psychiater Ronald D.Laing treffend formulierte: «Krankheiten können auch gesunde Reaktionen auf kranke Verhältnisse sein.»

Kritik von Markus Hegglin, Tagblatt der Stadt Zürich

UTOPIA BLUES ist in unserer DVD Reihe der erste Film, der mit sehr modernen Mitteln eine aktuelle Geschichte erzählt. Er ist auch der bisher radikalste, verstörendste und emotionalste.

Im Mittelpunkt steht der 18-jährige Schüler Rafael. Er lebt zusammen mit seiner liebevollen Mutter, hat eine herzliche Verbindung zu seinem Grossvater und nur eine Leidenschaft: die Musik. Deshalb will er Berufsmusiker werden. Nicht in naher Zukunft, sondern subito. Er schmeisst die Schule und bietet den Musikverlagen seine Demobänder an. Zweifel, dass es klappt, kennt er keine. Sein Umfeld kommt mit dieser grenzenlosen Begeisterung nicht zu recht. Es liefert Rafael in die psychiatrische Klinik und später in ein Internat ein. Dort werkelt er trotz vieler Hindernisse weiterhin an seiner Musikkarriere. Alles scheint gut zu werden, doch als sein geliebter Grossvater stirbt, ist das wieder gewonnene Gleichgewicht gefährdet. Ist Rafael nun manisch depressiv, wie die Ärzte diagnostizieren, oder einfach ein junger, kreativer Geist, der nicht verstanden wird? Der Film lässt das offen, der Zuschauer schwankt deshalb immer wieder in seiner «Diagnose», ob Rafael nun krank oder gesund ist. Sinnbild die ser Unsicherheit ist die Szene auf der Hardbrücke, wo Rafael zuerst euphorisch auf der Fahrbahn her umrennt und sich dann plötzlich vor einen Bus legt.

UTOPIA BLUES beginnt sehr temporeich, angetrieben von einer Art Zürich-Rap, der mit Popelementen und eindringlichen Texten durch setzt ist, die Rafaels Inneres wider spiegeln. Im zweiten Teil ändert sich die Tonlage, und die Kamera kreist um Rafael, der wie ein verwundetes Tier durch die Gegend rennt. Der Film vermeidet es, ein Schwarzweissbild zwischen der guten Jugend- und der bösen Erwachsenen welt zu zeichnen. Die Welt ist nun mal, wie sie ist. Für schwierige Charaktere ist sie nicht vorbereitet.

Die Hauptrolle spielt Michael Finger. Für sein Debüt wurde er gleich mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnet. Auch Babett Arens als seine Mutter überzeugt. Und in einer seiner letzten Rolle ist der grosse Schauspieler Ettore Cella zu sehen.

Stefan Haupt

Geboren 1961 in Zürich. 1978-79 Austauschstudent in Pennsylvania (USA). 1985-88 Schauspiel Akademie Zürich, Diplom als Theaterpädagoge. Seit 1989 als Regisseur und freischaffender Filmemacher tätig.

2010 HOW ABOUT LOVE
2006 EIN LIED FÜR ARGYRIS
2004 DOWNTOWN SWITZERLAND
2003 MORITZ
2002 ELISABETH KÜBLER-ROSS – DEM TOD INS GESICHT SEHEN
2001 UTOPIA BLUES
2000 INCRESCHANTÜM
1998 I AM JUST A SIMPLE PERSON

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EAN 7321921092916
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 Utopia Blues

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Sprachen: Schweizerdeutsch
Untertitel: Deutsch English Français

Utopia Blues
2001 97'
Regie: Stefan Haupt
Drehbuch: Stefan Haupt
Kamera: Stéphane Kuthy
Ton: Patrick Becker
Schnitt: Stefan Kälin
Musik: Tino Ulrich
Mit: Michael Finger, Babett Arens, Tino Ulrich, Muriel Wenger, Ettore Cella, Bruno Cathomas, Jaap Achterberg, Oscar Bingisser, Lea Schmocker

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