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Tulpan
D/CH 2008 100'
Regie: Sergei Dvorstevoy
Drehbuch: Sergei Dvorstevoy, Genadi Ostrovski
Kamera: Jolanta Dylewska
Ton: Olivier Dandre, Florian Eidenbenz
Ausstattung: Roger Martin
Kostüme: Gashisha Korshiyeva
Schnitt: Isabel Meier
Produktion: Pandora Film, Cobra Film
Mit: Askhat Kuchinchirekov, Tulepbergen Baisakalov, Samal Eslyamova, Ondasyn Besikbasov, Bereke Turganbayev
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Spielfilm
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Tulpan
Sergei Dvortsevoy
Abstehende Ohren können ein Riesenproblem sein, wenn man nicht gerade Prince Charles ist. Als der Matrose Bulat zur Familie seiner Schwester in die kasachische Steppe kommt, will er Schafhirte werden. Und dazu braucht er eine Frau. Aber die schüchterne Tulpan, die ihn sofort bezaubert, findet seine Ohren völlig unakzeptabel. Verzweifelt will Bulat sich erhängen, aber selbst das ist nicht einfach in der baumlosen Weite. So nimmt der tolpatschige junge Mann den Kampf auf: mit seinen Ohren, mit dem Unmut seines Schwagers und mit den Schafen, die plötzlich alle ihre Lämmer zur Welt bringen…
Sergey Dvortsevoy schreckt nicht davor
zurück, seinem Film den Namen einer Frau zu
geben, die man nie zu Gesicht bekommt. Sie
entzieht sich Asas Blicken, der ernsthaft in
sie verliebt ist und der den Filmemacher dazu
einlädt, seinen Traum im Herzen der riesigen
kasachischen Steppe zu teilen. So erzähltTulpan
von einer schmerzhaften Abwesenheit
und von der Einführung ins Leben als Schafhirt,
das den frisch von seinen militärischen
Pflichten (bei der Marine!) befreiten jungen
Mann zum künftigen Familienoberhaupt reifen
lassen wird.
TULPAN ist in derWirklichkeit jener feindseligen
Steppe verwurzelt, deren Hirten ein
Leben als Halbnomaden führen, das von
Sandstürmen, Trockenheit, Krankheiten, die
die Herden befallen, aber auch vom Familienglück
bestimmt wird. Sergey Dvortsevoy
bleibt der Filmemacher der langen Einstellungen,
die die Wirklichkeit in Erzählungen
verwandeln, in denen Mensch und Tier mit
erstaunlicher Präsenz hausen. Die Fiktion
erhärtet nichts! Der Stil verfeinert die Darstellung.
Einstellungen und Schnitt verleihen
der Geschichte ihr tiefes Zeitmass. Die wunderbare
Nacht in der Jurte, das Einschlafen
des Kindes, das Lied der Mutter, weibliche
Sanftheit; die spektakuläre Niederkunft des
Schafes, die kein unpassender Schnitt
beschleunigt. Worin besteht die Kunst von
Sergey Dvortsevoy? Er schafft ein Universum
im Gleichgewicht zwischen erzählerischen
Regeln und der Untersuchung der Bewegungen
des Lebens selbst, dessen vertraute
Rhythmen er in all ihrer unerschöpflichen
Schönheit zeigt.
Visions du Réel Nyon 2009
News
- TULPAN von Sergei Dvortsevoy ab 28. Mai im Kino 2009-05-28
- Le Temps: «Les acteurs ont dû s’inspirer des animaux» 2009-05-07




