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This is what democracy looks like!

Oliver Ressler

This is what democracy looks like!

Das Video THIS IS WHAT DEMOCRACY LOOKS LIKE thematisiert Ereignisse rund um eine Demonstration am 1. Juli 2001 gegen das zu diesem Zeitpunkt in Salzburg tagende World Economic Forum, einem privaten Lobbyverein des Großkapitals. Milliardenschwere Deals, die wenigen Wohlstand und Reichtum, vielen jedoch Ausbeutung und Armut bringen, werden auf diesen Treffen von den selbst ernannten ‚Global Leaders' unter Ausschluss der Öffentlichkeit in die Wege geleitet. Um den ordnungsgemäßen Ablauf der ökonomischen Globalisierung sicherzustellen, wurde der im Zentrum Salzburgs liegende Tagungsort des WEF weiträumig abgesperrt und alle Demonstrationen bis auf eine Stehkundgebung am Bahnhofsvorplatz verboten. (Auszug aus der Einleitung des Videos)

Dieses Video gibt einen Einblick in den Ablauf der ersten Anti-Globalisierungs-demonstration in Österreich, die in der Folge der medial viel beachteten Demonstrationen in Seattle, Prag, Davos, Quebec und Göteburg stattgefunden hat. In dieser polizeilich verbotenen Demonstration in Salzburg wurden 919 DemoteilnehmerInnen von der Polizei eingekesselt und über sieben Stunden lang festgehalten.

Werden in den dominierenden medialen Darstellungen die TeilnehmerInnen an den anti-kapitalistischen Protesten entweder als naive oder als gewaltbereite Chaoten verunglimpft, nehmen sie im Video THIS IS WHAT DEMOCRACY LOOKS LIKE hingegen die Rolle von aktiven SprecherInnen ein. Mit sechs DemoteilnehmerInnen wurden Gespräche zu den Ereignissen in Salzburg geführt. Die Einschränkung demokratischer Grundrechte - die sich vor allem im Verbot zu demonstrieren oder der Anhaltung hunderter Menschen im Polizeikessel zeigte - und das Spannungsfeld zwischen der begrenzten physischen Gewalt einzelner DemoteilnehmerInnen und der von der Staatsmacht ausgeübten strukturellen Gewalt entwickeln sich dabei als zentrale Themen. Ausschnitte aus den Gesprächen sind zu Videoaufnahmen montiert, die von mir und (Video)AktivistInnen in Salzburg aufgezeichnet wurden. Die Kameraperspektive entspricht dabei der Sicht der DemoteilnehmerInnen und stellt eine unmittelbare Konfrontation der BetrachterInnen des Videos mit den Geschehnissen her.

Disobbedienti

Das Video DISOBBEDIENTI thematisiert die Entstehungsgeschichte, die politischen Grundlagen und die Aktionsformen der Bewegung der Disobbedienti (die Ungehorsamen) anhand von Gesprächen mit sieben Beteiligten.

Die Disobbedienti gingen während der Demonstrationen gegen den G8-Gipfel im Juli 2001 in Genua aus den Tute Bianche hervor. Tute Bianche war die Bezeichnung für jene weiß gekleideten AktivistInnen aus Italien, die ihre durch Schaumstoff, Reifen, Helme, Gasmasken und selbst gemachte Schilde geschützten Körper bei direkten Aktionen und Demonstrationen als Waffe des zivilen Ungehorsams einsetzten. 1994 traten die Tute Bianche erstmals in Italien in einem gesellschaftlichen Umfeld in Erscheinung, in dem der in den 70er Jahren in der Produktion und in Arbeitskämpfen eine zentrale Rolle spielende Massenarbeiter schrittweise durch prekäre postfordistische Beschäftigungsformen abgelöst worden war. Die Tute Bianche beteiligten sich an Protesten gegen prekarisierte Arbeitsbedingungen und am Kampf der MigrantInnen für Bewegungsfreiheit, indem sie mit der speziell entwickelten Aktionsform der Demontage die Schließung von Abschiebelagern erzwangen. Die Tute Bianche waren Teil der Demonstrationen gegen die WTO in Seattle 1999 und den IWF in Prag 2000, entsandten Delegationen in den Lakandonischen Regenwald in Chiapas und begleiteten die zapatistischen Comandantes 3000 Kilometer weit nach Mexiko-Stadt.

Beim G8-Gipfel in Genua beschlossen die Tute Bianche, die identitätsstiftenden und namensgebenden weißen Overalls abzulegen, um in der Multitude der 300.000 DemoteilnehmerInnen aufzugehen. Der Übergang von den Tute Bianche zu den Disobbedienti, den Ungehorsamen, ist auch eine Entwicklung vom zivilen Ungehorsam zum sozialen Ungehorsam. Durch das repressive Vorgehen und die Massaker der Polizeikräfte in Genua wurde die Praxis des sozialen Ungehorsams von der Straße in die verschiedensten gesellschaftlichen Bereiche hineingetragen. Der Disobbedienti-Sprecher Luca Casarini beschreibt daher im Video die Tute Bianche als subjektive Erfahrung und kleine Armee, die Disobbedienti hingegen als Multitude und Bewegung.

Die Disobbedienti setzen die Politikform der Tute Bianche fort und versuchen, eine gerechtere Legalität von unten zu schaffen. Es werden weiterhin spektakuläre Aktionen gegen Abschiebelager durchgeführt, wie die im Video gezeigte Demontage des Abschiebelagers in der Via Mattei in Bologna am 25. Januar 2002. Dazu kommen Versuche, den sozialen Ungehorsam als kollektive Praxis unterschiedlicher Gruppen weiterzuentwickeln, Waren- und Kommunikationsflüsse zu blockieren, Streiks einzelner Gruppen zu generalisieren, Generalstreiks zu planen und durchzuführen.

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 This is what democracy looks like!

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DVD5
PAL 4:3
Region 0

Sprachen: Deutsch Italiano
Untertitel: -

This is what democracy looks like!
A 2002 38'
Regie: Oliver Ressler

Disobbedienti
A 2002 54'
Regie: Oliver Ressler, Dario Azzellini

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Experimentalfilm
Österreich
Militanz
Politik
Dokumentarfilm
Globalisierung

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