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Visions du Réel

Die Selbstzerstörung des Walter Matthias Diggelmann

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Region 0

Sprachen: Deutsch English Français
Untertitel: -

Die Selbstzerstörung des Walter Matthias Diggelmann
CH 1973 69'
Regie: Reni Mertens, Walter Marti
Drehbuch: Reni Mertens, Walter Marti
Kamera: Hans-Peter Roth, Willy Rohrbach
Ton: Marcel Sommerer
Schnitt: Hanka Kaminska
Musik: Jehoshua Lakner
Produktion: Teleproduction

Stichworte
Literatur
Biographie
Dokumentarfilm

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Die Selbstzerstörung des Walter Matthias Diggelmann

Reni Mertens, Walter Marti

Wird einem Menschen eine Stunde Film zur Verfügung gestellt, damit er sage was er will - was hat er dann zu sagen? Womit rechnet er ab? Wie definiert er sich? Wie teilt er sich mit? Wie weit geht er? Was ergibt die öffentliche Selbstbesinnung? Wie wahrhaftig ist sein Selbstbekenntnis? Wie glaubwürdig seine Selbstdarstellung? Wie weit gibt er sich preis? Was löst dies im Zuschauer aus?

Die Autoren unternahmen diesen Versuch zusammen mit Walter Matthias Diggelmann, der von sich sagt: "Bin zwar von Beruf Schriftsteller - aber meine Existenz ist Mensch, Zeitgenosse, Zeuge, Zweifler, Glaubender, Verzweifelnder, Mitmacher, Weigerer, Liebender, Geliebt-werden-Möchtender, Hassender, Schaffender, Ehrgeiziger, guter Mensch, böser Mensch.", und der bereit war, sich als Versuchsobjekt vor die beobachtende Kamera zu stellen. Das Ergebnis ist ein Filmschauspiel.

Ein Versuch mit dem Schriftsteller Walter Matthias Diggelmann.

Walter Matthias Diggelmann (1927-1979) war seit Beginn der sechziger Jahre einer der bekanntesten und auch umstrittensten Autoren der Schweiz. Obwohl er stets von den eigenen Erfahrungen ausging und im Grunde immer nur über sich selber schrieb, geriet er tief in die ideologischen Auseinandersetzungen seiner Zeit und sorgte mit seinen Büchern für zum Teil hitzige politische Debatten: Die Hinterlassenschaft, Roman (1956). Ich heiße Thomy, Roman (1973). Schatten, Tagebuch (1979).

«Engagiert ist jeder von uns, sogar jener ist engagiert, der behauptet, er sei es nicht. Der nämlich mag engagiert sein von der eigenen Angst und Mutlosigkeit oder engagiert von seiner eigenen Bequemlichkeit oder von seiner Karriere.»
Walter Matthias Diggelmann

Lieber Walter M. Diggelmann,
Ich mache Ihnen einen Vorschlag. Wir machen einen Film zusammen. In diesem Film sieht man nur Walter Matthias Diggelmann. Er sitzt so bequem oder unbequem, wie es ihm passt, hat etwas zu trinken oder zu Essen, wenn er will. Eine Stunde lang. In dieser Stunde sagt W.M.D. alles, was er in einer Stunde zu sagen hat. Aus dem Stegreif, was Ihnen einfällt. Wenn möglich ohne jegliche Selbstzensur. Der Titel des Films müsste sein: DIE SELBSTZERSTÖRUNG DES WALTER M. DIGGELMANN. Einer, der die Wahrheit sagt, zerstört sich selbst.
Freundlich, Ihr Walter Marti

« Das ist ein Film für und gegen Diggelmann, gegen mich», sagt der 1979 im Alter von 52 Jahren verstorbene Schweizer Romancier Walter Matthias Diggelmann vor der Kamera. Ihm geben die Regisseure Walter Marti und Reni Mertens über eine Stunde Zeit, ungezwungen von sich selbst zu erzählen. Bald klagt er sich und die Gesellschaft an, bald verteidigt er beide, spricht von seiner Lebens- und Todessehnsucht: "Vielleicht spiele ich in diesem Leben einfach eine Rolle, aber welche? Die Rolle des Mannes, des Menschen, der geliebt werden will, der sterben will, der sich selbst zerstör t.» Diese Vorstellung vom Leben als Rollenspiel prägt Reni Mertens und Walter Martis Film. Die Selbstzerstörung des Walter Matthias Diggelmann spielt im Théâtre du Jorat in Mézières bei Lausanne. Der Schriftsteller steht, wenn er seinen Monolog hält, auf der Theaterbühne, spielt gleichzeitig den Erzähler und den Protagonisten seiner Lebensgeschichte. Seine Geständnisse sind immer authentisch und auch inszeniert. Diggelmann spielt seine Rolle nicht nur vor der Kamera, sondern auch vor sich selbst. Dies verdeutlichen die Filmemacher mit der Montage. Bisweilen machen sie den Schriftsteller zu seinem eigenen Zuschauer. Er habe sich selber werden wollen, sagt Diggelmann auf der Bühne. Die darauffolgende Einstellung zeigt ihn im Publikum sitzend, als ob er zu sich selber spräche, zu einem Ich, das ihm fremd wurde. « Wer ist denn der W.M. Diggelmann?», schreit er am Ende des Films in die Kamera. Und antwortet : « Das ist einer, der sich selbst zerstör t, wie sich die ganze Menschheit zerstört.»
Visions du Reél Nyon

Reni Mertens

Reni Mertens, geboren 8. April 1918, gestorben 26. September 2000 in Zürich. Dr. phil. I (mit «L'Antirealismo di Gabriele d'Annunzio»). Italienische Übersetzung der theoretischen Schriften von Bertolt Brecht.

1993 REQUIEM
1988 POUR ECRIRE UN MOT
1985 FLAMENCO VIVO - L'ECOLE DU FLAMENCO
1980 HERITAGE
1977 A PROPOS DES APPRENTIS
1974 GEBET FÜR DIE LINKE
1973 DIE SELBSTZERSTÖRUNG DES WALTER MATTHIAS DIGGELMANN
1966 URSULA ODER DAS UNWERTE LEBEN
1962 KRIPPENSPIEL(2)
1962 UNSERE KLEINSTEN
1961 IM SCHATTEN DES WOHLSTANDES
1958 PARFUM DE PARIS
1958 JOUR DE PECHE
1956 RHYTHMIK
1953 KRIPPENSPIEL

Walter Marti

Walter Marti, geboren 10. Juli 1923, gestorben 21. Dezember 1999 in Zürich. Theater, Journalismus, Radio, Filmemacher, kurze Zeit Leiter der Filmabteilung beim Schweizer Fernsehen, Lehrbeauftragter der Universität Zürich

1993 REQUIEM
1988 POUR ECRIRE UN MOT
1985 FLAMENCO VIVO - L'ECOLE DU FLAMENCO
1980 HERITAGE
1977 A PROPOS DES APPRENTIS
1974 GEBET FÜR DIE LINKE
1973 DIE SELBSTZERSTÖRUNG DES WALTER MATTHIAS DIGGELMANN
1966 URSULA ODER DAS UNWERTE LEBEN
1962 KRIPPENSPIEL(2)
1962 UNSERE KLEINSTEN
1961 IM SCHATTEN DES WOHLSTANDES
1958 PARFUM DE PARIS
1958 JOUR DE PECHE
1956 RHYTHMIK
1953 KRIPPENSPIEL

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EAN 7640139361448
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Die Selbstzerstörung des Walter Matthias Diggelmann