artfilm.ch
Preis: 35.00 CHF
An Lager
Kein Verkauf nach der Schweiz, Israel, Kanada und USA
DVD9
PAL 16:9
Region 2
Sprachen: VO
Untertitel: Deutsch Français English
Salonica
CH 2008 87'
Regie: Paolo Poloni
Stichworte
Schweiz
Mittelmeer
Holocaust
Juden
Griechenland
Geschichte
Dokumentarfilm
Stichworte vorschlagen
Salonica (international)
Thessaloniki Stories
Paolo Poloni
SALONICA handelt von Thessaloniki, der Stadt im Norden Griechenlands, gelegen am Schnittpunkt von Orient und Europa, Balkan und Mittelmeer. Der Film erzählt Lebensgeschichten, Novellen gleich, die sich zu einer größeren, allgemeineren Geschichte, mit vielen Protagonisten und Handlungssträngen, zusammenfügen: einer filmischen Erzählung von Thessaloniki.
Was Thessaloniki historisch einzigartig macht, ist die Tatsache, dass sie 450 Jahre lang eine mehrheitlich jüdische und spanisch sprechende Stadt war, bevölkert durch jene Juden, welche 1492 aus dem katholischen Spanien vertrieben wurden und im osmanischen Reich Zuflucht fanden – bis zur ihrer fast vollständigen Vernichtung 1943 durch die Deutschen in der Shoah. Mit dem Untergang der sephardischen Juden von Salonica ging eine ganze Kultur unter und eine Sprache, das Ladino.
Die Geschichte der Juden von Saloniki ist eine unbekannte und zugleich zutiefst europäische Geschichte. Es ist eine Geschichte, die ihre Kreise zieht über den ganzen Mittelmeerraum, von Spanien nach Italien, vom Balkan in die Türkei. Sie ist einzigartig, weil es nirgends in Europa eine mehrheitlich jüdische Stadt dieser Größe gab.
Vor diesem Hintergrund taucht SALONICA ein in das heutige Leben der Stadt, begegnet unterschiedlichsten Menschen -jüdische Überlebende, russische Immigranten, Zigeuner, makedonische Patrioten - und erzählt so die heutige Realität der Stadt, Schichten und Geschichten dieser Stadt auffächernd. Aus der Vielfalt realer Lebenswege entwirft der Film ein filmisches Fresko eines Ortes, vor dem Hintergrund eines zerrissenen, gewalttätigen Jahrhunderts.
Der Film handelt von einer Absenz, die wie ein blinder Fleck diese Stadt zeichnet, von einer Abwesenheit, die über der Stadt schwebt und sie bedrückt. Der Film erzählt von der Macht und Last von Vergangenheit, von persönlichem und kulturellem Verlust und vom individuellen und gesellschaftlichen Ringen um Zugehörigkeit und Identität.
SALONICA ist das atmosphärische Portrait einer Stadt und auch ein Portrait eines unbekannten Griechenlands, fern aller Ferienklischees.
"Der Schweizer Filmemacher Poloni erzählt auf sehr sensible Weise und mit grossem Respekt Lebensgeschichten, Novellen gleich, die sich zu einer grösseren, allgemeinen Geschichte zusammenfügen. SALONICA ist das Portrait einer einzigartigen Hafenstadt am Mittelmeer, aber ebenfalls das eines unbekannten Griechenlands, fern aller Ferienklischees. Die “Protagonisten”, jüdische Überlebende, russische Immigranten, Zigeuner aus aller Welt und griechisch-mazedonische Nationalisten, erzählen von der Last ihrer Vergangenheit, von persönlichen und kulturellen Verlusten. Vor allem aber von der individuellen Suche nach einer Identität. Unspektakulär, und gerade deshalb spannend und überraschend."
Benny Furth, art-tv
"SALONICA ist ein Film, der seine Zuschauer überrascht und mitreisst. Er ist ein Dokumentarfilm der anderen Art. Impressionistisch aufgebaut, pointilistisch erzählt, ist er zugleich poetisch und malerisch. Jede Einstellung ist ein eigenes Kunstwerk, ohne jemals zu übertreiben oder den Fokus von den Personen zu nehmen. Sie erzählen zwar aus ihrem Leben, erinnern sich zurück, aber gleichzeitig bekommt man auch einen tiefen Einblick in ihr heutiges Leben. Man erfährt, welche oft quälenden Identitätsfragen sie beschäftigen und man sieht und hört Dinge, die lange vergessen worden sind, aber nicht vergessen werden sollten.
Die Stadt selbst ist der 17. Protagonist des Filmes. Auch mit ihr trauert, lacht und lernt man. Sie tut einem Leid, als berichtet wird, wie die Nazis den Friedhof zerstörten und später dort die Universität darüber gebaut wurde. Tragisch-komisch ist es, als Devin sagt: "Ich lief über den Campus und plötzlich war mir unwohl. Bei jedem Schritt dachte ich: rechter Fuss, mein Urgrossvater, linker Fuss, sein Cousin dritten Grades."
SALONICA zeigt auf, wie sich in Thessaloniki das Neue und Junge mit dem Alten vermischen, hässlich und schön, arm und reich nebeneinander existieren. Es ist schwer, so viele Religionen und Ethnien miteinander zu vereinbaren und zu leben. Nach manchen Bildern sieht man dieselbe Strasse oder Landschaft in historischen Filmaufnahmen, der Zuschauer wird hineingesogen in die Geschichte. In anderen Momenten folgt man der Altenpflegerin Sofia während einer Busfahrt, wird mitgenommen auf eine Rundreise durch die Stadt, durch Viertel so edel und teuer wie die Zürcher Bahnhofsstrasse und andere so dreckig und heruntergekommen wie brasilianische Favelas. So fächert der Film aus, beschäftigt sich mit immer neuen Menschen mit immer anderen Schicksalen. Die Ausführung des Filmes formt den Inhalt. Dem Schweizer Regisseur Paolo Poloni gelingt es so, den Spagat zwischen den Leben von heute und den Leben von gestern, den verlorenen und den gefundenen Identitäten anrührend, realistisch und mitfühlend wiederzugeben. Er setzt perfekt um, was einer der Protagonisten sagt: "Die Menschen und Bilder als Zeugnis". Poloni hat dem vergessenen Holocaust in Thessaloniki wieder ein Gesicht und eine Stimme gegeben.
outnow.ch
Paolo Poloni
Geboren 1954 in Luzern. Seit 1989 Film- und Videoschaffender in Zürich.
2011 DER ITALIENER
2007 SALONICA (International Version)
2005 UNA STRADA CHIAMATA GIUSEPPE
2003 VIAGGIO A MISTERBIANCO
2002 MIT ALLEN SINNEN
1999 ASINARA
1998 FONDOVALLE
1996 LES RITES DE PASSAGE
1993 ASMARA
1991 WITSCHI GEHT
Bestellen



