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Pessac - Leben im Labor

Le Corbusier

Claudia Trinkler, Julia Zöller

Für den Architekten Le Corbusier war die Siedlung Pessac die erste Gelegenheit, Architektur für ganz normale Menschen zu entwerfen. Die zwischen 1925 und 1929 entstandenen einundfünfzig Häuser werden noch heute bewohnt. Mit mehr oder weniger großem Respekt vor dem berühmten Architekten.

Claudia Trinker und Julia Zöller lassen die Bewohner von Pessac berichten: über Fenster, deren Scheiben nachts mit lautem Knall zerspringen, Risse in den Wänden, die Auflagen des Denkmalamtes, das erwartet, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Sie habe sehr lange gebraucht, sagt eine Architektin, die eines der Häuser bewohnt, bis sie die poetische Seite Le Corbusiers entdeckt habe, jetzt sei ihre Bewunderung noch größer. Allmählich verwandelt sich Pessac wieder in den Ursprungszustand zurück, immer mehr Häuser werden restauriert. Was für einfache Arbeiter gedacht war, zieht heute vor allem Architekten an.

Pessac doit être un laboratoire - mit diesen Worten beauftragte Henri Frugès Le Corbusier mit dem Bau einer Siedlung für seine Fabriksarbeiter in der Nähe von Bordeaux - ein frühes Projekt des sozialen Wohnungsbaus mit großen Ambitionen. Das Experiment beginnt mit der Planung der Siedlung: der Schreibtisch des Architekten wird zum Labor für innovative Architektur. Auch die Baustelle ist ein Labor: mit der seriellen Fertigung der Häuser aus Betonfertigteilen hat noch niemand Erfahrung. Und schließlich ist es fertig, das Labor für bessere Menschen: Einfache Arbeiter sollen in ihrer Freizeit gleichen Komfort und gleiche optische Schönheit genießen wie die Reichen - damit auch sie mehr Sinn für guten Geschmack entwickeln, gesünder leben und sich selbst entfalten können. Durch finanzielle Anreize werden die Kaninchen/Bewohner in die Käfige/Häuser gelockt ...

PESSAC - LEBEN IM LABOR zeichnet anhand der Erzählungen mehrerer Bewohner-Generationen und Innen- und Außenaufnahmen nach, wie sich der Versuch über die Jahre entwickelt hat: wie sich die Kaninchen gegen die vorgegebenen Konditionen auflehnten, die Versuchsanordnung änderten, und heute die Folgegeneration die alten Zeiten zurücksehnt. Im Film kommen Bewohner zu Wort, die Wände eingezogen und Fenster verkleinert haben - und heute noch auf Le Corbusier schimpfen. Ihnen stehen meist jüngere Hausbesitzer gegenüber, die, fast 80 Jahre nach dem Bau der Siedlung, dem Genie Le Corbusiers huldigen und bis hin zu Möbeln und Bildern dem Geschmack des Architekten entsprechen wollen.

Der Gedanke des groß angelegten Labor-Versuchs spiegelt metaphorisch die Beziehung der Bewohner zu ihren Häusern und im weiteren Sinne zur Architektur wieder: Kann man jemandem die eigene, bessere Ästhetik aufzwingen? Wie kann Architektur den Bedürfnissen der Menschen entsprechen? Dient Architektur dem Bewohner oder der Selbstverwirklichung des künstlerischen Genies? Welche Gesellschafts- und Machtstrukturen stehen hinter unserer modernen Bauweise? Muss sich der Mensch den Plänen des Architekten fügen? - oder anders gefragt: wie sähen Siedlungen aus, wenn jeder nach seinem Geschmack drauf los baut?

Fragen, die nicht an den Grenzen dieser Siedlung Halt machen, sondern unser alltägliches Leben prägen: soziale Wohnbauprojekte mit ähnlichen Ambitionen wie in Pessac sprießen aus dem Boden.

PESSAC - EIN LEBEN IM LABOR versucht, an einem außergewöhnlichen historischen Beispiel Antworten auf diese Fragen zu finden.

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If you want to know more about the city and its inhabitants Frugès, I initiated a project on the memory of this unusual area:

La Machine à Habiter.com

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Stichworte: Corbusier, Frugès
Gabyy 2011-09-26 Tweet

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 Pessac - Leben im Labor

Preis: 32.00 CHF
Vergriffen
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DVD5
PAL 16:9
Region 0

Sprachen: Français
Untertitel: Deutsch English

Pessac - Leben im Labor
A 2004 52'
Regie: Claudia Trinkler, Julia Zöller
Kamera: Afra Hämmerle
Ton: Claudia Trinkler, Julia Zöller
Schnitt: Claudia Trinkler
Produktion: Nikolaus Geyrhalter

Stichworte
Kunst
Architektur
Frankreich
Dokumentarfilm

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