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 No More Smoke Signals

No More Smoke Signals

Fanny Bräuning

Zürcher Filmpreis 2008
Prix de Soleure 2009
Schweizer Filmpreis 2009

Nach vier Tagen im und zwei Stürzen aus dem Sattel, wurde das Drehverbot beim Memorial Ride stillschweigend aufgehoben. Alex White Plume meinte: ‹Before you were worth two, now you are worth a hundred horses!›
(Fanny Bräuning)

Die Weissen haben uns viel versprochen, mehr, als ich aufzählen kann, aber gehalten haben sie nur ein Versprechen: sie schworen, unser Land zu nehmen, und sie haben es genommen.» (Red Cloud, Häuptling der Oglala-Teton-Sioux, zit. nach Dee Brown: Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses, Hoffmann und Campe, 1972)

Das ganze Land haben die Weissen zwar nicht genommen, aber sie haben die Indianer in immer kleinere Reservate gepfercht, um Raum zu schaffen für die immer grössere Zahl von Einwanderern. Sie drängten sie in unwirtliches Gebiet zurück, durch das auch keine Büffelherden zogen, als es noch Büffelherden gab. In Reservate, in denen heute vielfach Armut, Arbeitslosigkeit und – als eine Folge davon – Alkoholismus und Verelendung herrschen. NO MORE SMOKE SIGNALS, ein Dokumentarfilm über Pine Ridge, das bitterarme Reservat der Lakota-Sioux im amerikanischen Bundesstaat South Dakota, zelebriert dennoch nicht die Hoffnungslosigkeit. Die Indianer rufen ihr Volk: mitten in karger Landschaft haben sie mit einfachsten Mitteln eine Radiostation errichtet, von heutigen technischen Standards ebensoweit entfernt wie vom Sitz des «Bureau of Indian Affairs», das sich offenbar kaum um seine Aufgaben und Pflichten kümmert. Dennoch: die knappe, von manchmal chaotischem Idealismus beseelte Belegschaft sendet in täglicher Leistungsprobe das Gleiche wie die teuer betriebene Konkurrenz: Nachrichten, Musik, Hörerwünsche, Reportagen. Zudem werden regelmässig «Native Festivals» veranstaltet, an denen die Teilnehmer ihre Eigenkompositionen vortragen. Es sind zumeist melancholische, aber auch zärtliche und zukunftsweisende Songs, die nicht nur von den Taten glorreicher Vorväter, sondern in realistischer Tonart auch vom heutigen Leben erzählen. Emotionaler und optischer Höhepunkt des Films ist der Gedenkritt an den Ort des Massakers von Wounded Knee, einem kleinen Fluss («Creek») im südwestlichen South Dakota, wo am 29. 12. 1890 über dreihundert Sioux unter Führung ihres schwerkranken Häuptlings Big Foot von Einheiten der Siebten US-Kavallerie massakriert wurden. Unter den getöteten Indianern befand sich eine grosse Anzahl von Frauen, Kinder und Säuglingen. Die überlebenden, teils schwer verwundeten Indianer wurden historischen Quellen zufolge in eine Kirche gebracht, über deren Altar die Worte «Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen» standen.

Semaine de la Critique Locarno

Im Dokumentarfilm NO MORE SMOKE SIGNALS nimmt Fanny Bräuning den Sender als Ausgangspunkt, um die missliche Lebenssituation der Indigenen in South Dakota zu schildern. In atemberaubenden Landschaftsaufnahmen (Kamera: Pierre Mennel, Dieter Stürmer, Igor Martinovic) fängt der Film die unendliche Weite und klirrende Kälte des amerikanischen Nordens ein. In lebhaften, aus der Hand gedrehten Interviews mit Bewohnern, die sich nicht unterkriegen lassen, legt er den von Arbeitslosigkeit und Alkoholismus geprägten Alltag frei. Und mit eindrücklichem Archivmaterial rollt er historische Ungerechtigkeiten auf. Der Regisseurin gelingt so nicht nur eine visuell und musikalisch packende Reportage, sondern auch eine stimmungsmässig und rhythmisch ausgewogene Hommage an ein marginalisiertes Volk.
Zürcher Filmpreis

Fanny Bräuning

Geboren 1975 in Basel. Nach Assistenzen bei Fotografen und beim Fernsehen und verschiedenen kleineren Filmprojekten studierte sie von 1996 bis 2001 Filmrealisation an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich. Seit 2001 arbeitet sie als freischaffende Filmemacherin, 2005 gründete sie dann gemeinsam mit Kaspar Kasics Distant Lights Filmproduktion GmbH.

2008 NO MORE SMOKE SIGNALS
2001 PALOMA
1999 MEINE MUTTER

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Kommentare

Zitat von einem Insider:
"Ja der Film Killi Radio ist sehr gut, real und zeigt was wirklich läuft im Reservat. Im Hintergrund hat er aber leider einige Wermutstropfen weshalb ich ihn nicht weiter empfehle. Der Grund ist:
All die Menschen wo darin mitgemacht haben, viel privates und Herzblut reingaben, dort im Reservat sie haben noch nie einen Cent davon bekommen.
Auch den Film haben sie noch nie gesehen und sind darob sehr enttäuscht (Stand Ende Juni 2010)
Da wird mal wieder das Geld gemacht doch den Respekt, die Würde und der Ausgleich bleibt wie so oft auf der Strecke. Schade und das unterstütze ich nicht."
Stichworte: Schade
Ernesto 2010-12-02 Tweet

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FSK: 12+

Sprachen: English
Untertitel: Deutsch Français

No More Smoke Signals
CH 2008 90'
Regie: Fanny Bräuning
Drehbuch: Fanny Bräuning
Kamera: Pierre Mennel, Dieter Stürmer, Dieter Martinovic
Ton: Gabriel Miller, Judy Carp
Schnitt: Kaspar Kasics
Musik: Tomas Korber
Produktion: Distant Lights

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