artfilm.ch
New Hollywood bis Dogma 95
Eine Filmgeschichte der neuen Art
Thomas Christen, Robert Blanchet (Hg.)
«Das Kino ist eine Erfindung ohne Zukunft.» Diesen Satz können wir unterhalb
der Leinwand eines Vorführraums in Jean-
Luc Godards Film LE MEPRIS (FR/IT 1963)
lesen. Er wird ursprünglich Louis Lumière
zugeschrieben, einem der Väter des Films.
Im Laufe ihrer über hundertjährigen Geschichte
wurden Film und Kino immer wieder
und aus den verschiedensten Gründen
für tot erklärt, nicht zuletzt von Godard
selbst. Recht behalten haben solche Unkenrufe
aber nie. Auch heute präsentiert
sich das Medium in einer bunten Fülle aus
unterschiedlichen Stilrichtungen und Strömungen,
populären Formen und solchen,
die mit dem Kino mehr wollen, als bloß zu
unterhalten. Manchmal sind es regionale
Eigenheiten, die einer Gruppe von Filmen
ihre besondere Färbung verleihen. In anderen
Fällen greifen die gemeinsamen
Ziele und Anliegen von Filmemachern weit
über die Grenzen eines bestimmten Landes
hinaus. Das Kino ist also nicht gestorben,
sehr wohl aber haben sich Film und Kino
im Verlauf ihrer Geschichte immer wieder
verändert. Wie die Zukunft des Kinos aussieht,
bleibt ungewiss, fest steht aber, dass
es eine Vergangenheit hat. Diese Vergangenheit
und die Entwicklungen und verschiedenen
Ausformungen, die das Kino
dabei erlebt hat, bilden das zentrale Thema
dieses Buches."
Aus dem Vorwort
Das Werk ist als Einführung in die Filmgeschichte anhand ausgewählter Kapitel der Filmgeschichte konzipiert. Anstatt eines schwer durchschaubaren Gesamtüberblicks wird die Geschichte des Mediums anhand einzelner und kompakt vermittelter Schwerpunktthemen illustriert. Jedes Thema wird in einem separaten, von unterschiedlichen Autoren verfassten und auch unabhängig vom Gesamtwerk lesbaren Aufsatz dargestellt.
Die Aufsätze geben dabei nicht nur einen Überblick über die wichtigsten historischen, gesellschaftlichen, technologischen und regionalen Hintergründe einer Epoche, sondern versuchen vor allem auch deren ästhetische Merkmale handgreiflich zu machen. Unabhängig vom historischen Interesse eignet sich das Buch dadurch auch hervorragend als Nachschlagewerk zu aktuellen Entwicklungen und Strömungen im Film (z.B. Dogma-Filme, Digitalisierung, Bollywood, Hongkong-Kino, politisches Kino, iranisches Kino etc.).
Zu jedem Kapitel wird mindestens ein Beispielfilm ausführlicher vorgestellt. Ergänzend dazu gibt es Hinweise auf weitere relevante Filme zum Thema (inklusive Bezugsquellen) und eine Bibliographie mit weiterführender Literatur. Die 3–4 wichtigsten Publikationen werden zusätzlich hervorgehoben und kommentiert. Dadurch eignet sich das Buch sehr gut als Leitfaden für Lehrer der Oberstufe, die Filmgeschichte in ihren Unterricht integrieren möchten.
Inhalt
- Erneuerungsbewegungen nach 1968
- Thomas Christen: Das politische Kino
- Thomas Christen: New Hollywood: Renaissance des amerikanischen Films
- Thomas Christen: Black Cinema USA
- Thomas Christen: Der Neue Schweizer Film
- Julia Zutavern: Der Neue Deutsche Film
- Michèle Wannaz: Das New British Cinema
- Thomas Christen: Junges französisches Kino
- Dritte Welt und Drittes Kino
- Thomas Christen: Schwarzafrikanisches Kino
- Thomas Christen: Drittes Kino
- Seraina Rohrer: Magischer Realismus im Film
- Filmemachen unter politischer Zensur
- Sabina Brändli: Das Kino der moralischen Unruhe in Polen
- Philipp Brunner: Iranisches Kino seit 1979
- Tereza Smid: Filmschaffen in der Volksrepublik China nach 1982:Die Fünfte Generation und ihre Nachfolger
- Gender und Sexualität
- Sabina Brändli: Der feministische Film seit den Siebzigerjahren
- Philipp Brunner: Queer Cinema: Schwullesbisches Filmschaffen seit den Achtzigerjahren
- Postmoderne und Kino der Attraktionen
- Robert Blanchet: Postmoderne und Film
- Robert Blanchet: Blockbuster und High Concept: Hollywoods Mainstreamkino nach 1975
- Till Brockmann: Das moderne Hongkongkino
- Alexandra Schneider: «Bollywood»: Das kommerzielle Hindi-Kino in Indien
- Robert Blanchet: Digitales Kino
- Unabhängigkeit und Selbstbeschränkung
- Robert Blanchet: US-Independents
- Thomas Christen: Dogme ’95: Rückkehr zum Grundlegenden
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