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Die missbrauchten Liebesbriefe

Leopold Lindtberg

Der Seldwyler Kaufmann Viktor Störteler, ein leicht grotesker Möchtegern-Poet, verliert seine Liebe wegen seiner literarischen Ambitionen. Viktor bittet seine Frau Gritli, während einer geschäftlich bedingten Abwesenheit mit ihm täglich in Form von Liebesbriefen zu korrespondieren. Gritli ist jedoch überfordert und bittet deshalb den jungen Lehrer Wilhelm, die Antwortbriefe zu schreiben. Dieser bringt in der Folgezeit die Briefe auch zu Papier, glaubt aber selbst Adressat der Liebesbriefe Gritlis zu sein. Viktor erkennt nach seiner Rückkehr, dass die Briefe nicht von seiner Frau formuliert wurden, fühlt sich brüskiert und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Diese gelungene Verfilmung von Gottfried Kellers amüsant ironischer Novelle wurde zu einem der grössten Erfolge des alten Schweizerfilms.

Mit seiner Mischung von Basler Dialekt und gestelztem Hochdeutsch war Alfred Rasser die Idealbesetzung für die Gottfried-Keller-Verfilmung DIE MISSBRAUCHTEN LIEBESBRIEFE. Rasser verkörperte den Kaufmann und Möchtegern-Literat Viggi Störteler, der vor dem Antritt einer Geschäftsreise seiner Frau Gritli aufträgt, ihm während seiner Abwesenheit täglich einen gehaltvollen Brief zu schreiben. Diesen werde er umgehend beantworten, um das Ganze später als Alwine und Kurt: - Briefwechsel zweier Zeitgenossen zu publizieren. Bekanntlich holt sich Gritli in dieser Situation Hilfe beim Schulmeister Wilhelm, und in dessen Schulstube dürfen denn auch die Kinder ein kratzig-gurgelndes Schriftdeutsch sprechen, welches wohl ausserhalb der Geistigen Landesverteidigung von keiner Lehrperson geduldet worden wäre, beispielsweise dann, wenn am Examen Waldbäume aufgezählt werden: Die Buu-che, Die Ei-che Die Birr-ke oder die Lärr-che.
Felix Aeppli

Leopold Lindtberg

1902-1984. Studium Germanistik, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft in Wien wie auch als Schauspieler. 1926 Regie in Bielefeld, dann in Berlin bei Erwin Piscator. 1933 Emigration nach Zürich, Regisseur am Zürcher Schauspielhaus bis 1948, Zufluchtstätte für zahlreiche Emigranten, Uraufführungen von Brecht, Zuckmayer, Wilder, Faulkner, Frisch, Dürrenmatt etc. Ein Dutzend Spielfilme von 1935 bis 1953. DIE LETZTE CHANCE (1945) wurde mit dem Oscar ausgezeichent. Gleichzeitig wurde ihm die Arbeitsbewilligung in der Schweiz 1946 nur provisorisch verlängert, bis er 1951 endlich eingebürgert wurde.

1950 DIE VIER IM JEEP
1947 MATTO REGIERT
1945 DIE LETZTE CHANCE
1944 MARIE-LOUISE
1942 DER SCHUSS VON DER KANZEL
1941 LANDAMMANN STAUFFACHER
1940 DIE MISSBRAUCHTEN LIEBESBRIEFE
1939 WACHTMEISTER STUDER
1938 FÜSILIER WIPF
1934 JÄ - SOO!
1932 WENN ZWEI SICH STREITEN

Buch
LEOPOLD LINDTBERG UND DER SCHWEIZER FILM

Alfred Rasser

1907-1977. Schauspielschule 1928, arbeitet nebenher als Hühnerzüchter, Buchhalter und Maler. Mit Abschluss der Schauspielschule im Jahre 1930 gründete er eine eigene Theatergruppe. Der erste grosse Erfolg konnte Rasser 1934 mit JOHN D. EROBERT DIE WELT feiern und rundete seine kommende Karriere mit der Schauspielerprüfung ab. 1945 kreierte Alfred Rasser schliesslich seine berühmteste Figur, die des HD LÄPPLI. Die Theatererfolge waren derart gross, dass eine Verfilmung geradezu logisch war. Neben der Schauspielerei verfolgte Alfred Rasser auch eine politische Karriere. 1967 schliesslich wird er in den Nationalrat gewählt und übte diese Funktion bis 1975 aus.

1961 DEMOKRAT LÄPPLI
1959 HD SOLDAT LÄPPLI
1954 LÄPPLI AM ZOLL
Schauspieler
1976 DIE PLÖTZLICHE EINSAMKEIT DES KONRAD STEINER (Kurt Gloor)
1955 ULI DER PÄCHTER (Franz Schnyder)
1954 ULI DER KNECHT (Franz Schnyder)
1940 DIE MISSBRAUCHTEN LIEBESBRIEFE (Leopold Lindtberg)

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EAN 7611719240262
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Die missbrauchten Liebesbriefe

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Sprachen: Schweizerdeutsch Deutsch Français Italiano
Untertitel: Deutsch

Die missbrauchten Liebesbriefe
CH 1940 87'
Regie: Leopold Lindtberg
Mit: Alfred Rasser, Anne-Marie Blanc, Paul Hubschmid, Elsie Attenhofer, Heinrich Gretler

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Alter Schweizer Film
Literatur
Spielfilm

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