artfilm.ch
Preis: 36.00 CHF
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DVD5
PAL 16:9
Region 0
Sprachen: Español
Untertitel: Deutsch English Français
Melodias
CH 2005 70'
Regie: François Bovy
Drehbuch: François Bovy
Kamera: François Bovy
Ton: Juan Guillermo Palacios
Schnitt: Stéphanie Perrin, Damian Plandolit
Produktion: Nadejda Magnenat, Les films de la dernière heure
Bel Canto
CH 1994 16'
Regie: François Bovy
Ton: Luc Yersin
Stichworte
Welt
Kolumbien
Schweiz
Dokumentarfilm
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Melodias
François Bovy
Der Film erzählt die Geschichte von Dario, der Taxi fährt, von Jorge, der Lastwagen auslädt, von Edwin, der bei der Polizei arbeitet und von Luis Carlo, der Verletzte versorgt und Tote ins Leichenschauhaus bringt. Der eine war Wanderprediger und Auftragskiller. Er sagt uns, wie viel das Leben eines Menschen wert ist. Der andere erzählt, warum die Gebete seiner Mutter ihn getröstet haben, als er seinen Vater ermordet auffand… Und der Dritte erklärt, als er aus dem Gottesdienst kommt, warum es keine Sünde ist, einem Menschen ins Ohr zu schiessen. Überschwänglich und tragisch zugleich führen uns ihre Erzählungen an die Grenze von Gut und Böse. «Lebe jeden Augenblick, denn das Leben ist nur ein Traum» singen zwei Musiker, die den Film untermalen und begleiten.
"Frühmorgens auf der Terrasse wird Jorge von seiner Grossmutter gerügt, weil er schon das erste
Bier des Tages kippt. «Es ist das letzte, Oma», versucht er sie zu besänftigen; da dieser
Versöhnungsversuch fehlschlägt, geht er zum nächsten über: Eine feine goldene Halskette stimmt
die alte Frau gleich milder. Die Frage, wie denn ihr Enkel zu dem teuren Geschenk gekommen ist,
muss sie sich sichtlich verkneifen.
Jorge ist einer von drei Personen, die in Melodias porträtiert werden. Der junge Mann lädt heute
Lastwagen ab, früher war er Auftragsmörder. Dario, der Taxichauffeur, erzählt von den täglichen
Begegnungen mit kleinkriminellen Fahrgästen. Edwin schliesslich ist Polizist, wie sein Vater, der
während eines Einsatzes umgebracht wurde. Rechtskonflikte, Gefahr und Gewalt sind überall und
an der Tagesordnung im kolumbianischen Medellin. François Bovy ist nun keineswegs daran
gelegen, die Menschen in Opfer und Täter einzuteilen. Vielmehr wechseln sich bei jedem
Porträtierten diese Rollen ab und durchdringen sich, lösen einander aus. Die Figurenklischees - der
Bulle, der Mörder, der Taxifahrer - und die Schemata von Recht und Unrecht, die auf der Hand
liegen würden, werden mehrfach gebrochen. Stattdessen zeichnet der Film Gewalt als ein
komplexes System voller Grauzonen.
Diese dokumentarischen Porträts werden immer wieder von inszenierten Szenen unterbrochen: Ein
Sängertrio trällert Volkslieder, die oft von Schuld und Sühne handeln; wie ein antiker Chor
kommentiert es das Geschehen. Der Blick der Sänger hält Abstand zu den drei Männern, sie sind
nicht eingebunden in die Zirkel von Gewalt und Gegengewalt, Verzweiflung und Angst. Dies gibt
ihnen die Gelassenheit, die Lebensgeschichten der anderen nicht wertend oder analytisch zu
betrachten, sondern Lieder zu singen, die die Geschichten ergänzen. Als Ganzes entsteht ein Epos
über die Verstrickungen menschlichen Lebens in Fragen von Gut und Böse.
Nathalie Böhler CINEMA
François Bovy
2005 MELODIAS
2002 SWISS MADE
1995 TED ROBERT
1994 BEL CANTO
Videos
News
- MELODIAS von François Bovy 2006-12-26

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