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Mary & Johnny
Samuel Schwarz, Julian Grünthal
Berner Filmpreis 2012: Bester Film, beste schauspielerische Leistung Marcus Signer
Züri Fäscht 2010, das Finale der Fussball-WM steht bevor. Mary möchte unbedingt den Match sehen, doch ihr Freund Johnny ist schlecht drauf, weil er gerade seinen Job verloren hat. Über Missverständnisse verheddern sich die beiden in einen Streit und gehen getrennte Wege. Auf ihrer Reise durch die Nacht geraten sie an zwielichtige Gestalten und in turbulente Geschehnisse, wobei sie sich tragischerweise immer wieder knapp verpassen. Erst im Morgengrauen kommt es zum dramatisch-komischen Liebesshowdown. Frei nach «Kasimir und Karoline» von Ödön von Horvath.
Syndicom: Schmuddeliger kleiner Film
In einer einzigen Nacht am Züri Fäscht 2010 entwickelt sich MARY & JOHNNY von Samuel Schwarz und Julian M Grünthai das geniale Drama zweier Schweizer Jungregisseure. Es zeigt wie zeitgenössisches (Deutsch-) Schweizer Spielfilmschafren auch sein kann Laut frech unkonventionell und sozialkritisch.
Man kann es nur genial nennen, wie das reale Geschehen am Züri-Fäscht mit seiner zunehmend aggressiv-alkoholseligen Stimmung verbunden wird mit einer Story, die von Beginn weg die in ihr angelegte Katastrophe nicht verbirgt. (Geri Krebs)
P.S.: Schmerzgrenze
Wo Samuel Schwarz draufsteht ist für ge wöhnlich auch Samuel Schwarz drin. Deshalb irritiert die einhellige mediale Begeiste ung für seinen bereits zwei Jahre alten Film MARY AND JOHNNY frei nach «Kasimir und
Karoline» schon ein bisschen. Denn wer seine immer wieder inszenierte Empörung in Kombination mit diversen Ankündigungen hehrer Ziele wie die radikale Neuerfindung mal des Theaters dann des Schweizer Films und jetzt mit Stadttheater tv auch noch gleich sich selbst - bereits aus seiner langjährigen Tätigkeit kennt wird die Autorschaft dieses Films auf Anhieb erkennen.
Loswettern wie ein Berserker und die Konsequenzen gekonnt zum Vornherein in geordnete Bahnen lenken. Das Konzept des immer wieder leichten Übertretens der Schmerzgrenze und sofortiger charmant lächelnder Umkehr zurück hinter die Absperrung zieht er zusammen mit Julian Grünthal als Co Regisseur auch in MARY ANY JOHNNY durch.
NZZ: Mit einem Touch Horváth
MARY & JOHNNY möchte offenbar nach Kräften ein «Problemfilm» sein. Zu seinem Vorteil ist er es nicht. Wie Samuel Schwarz und Julian M. Grünthal hier den Rahmen des «Züri-Fäschts» zu nutzen gewusst haben, um Einsamkeit, Verlorenheit und den Wunsch nach Nähe ihrer Figuren anschaulich werden zu lassen und spürbar zu machen, das führt dank Quinn Reimanns atmosphärischer Kamera zu Momenten von fiebrig-trister Unmittelbarkeit. Die Illusion einer einzigen, grossen, unausgesetzten Bewegung, wie sie etwa Stefan Jäger oder Vincent Pluss geschaffen haben, gelingt freilich noch nicht, was auch am Drehbuch liegt. Auch finden die Autoren kein Äquivalent für Horváths Sprache; die Dialoge hier sind bloss platt. Trotzdem gelangt MARY & JOHNNY auch zu einer Art Zürcher Befindlichkeit, wenn sich die grünen Wasser der Limmat zuletzt in sanften Wirbeln über ermordeter Geliebter und traurigem Liebhaber schliessen. (Urs Egger)
http://www.nzz.ch
Filmdienst: Ein frecher, schmutziger, kluger, schneller Rummel(platz)-Film
Schlampenschön spielt die ehemalige "Miss Schweiz" Nadine Vinzens. Die Mary, sagt Mischa am Anfang, als sich der Film sozusagen aus seiner Rede heraus quasi belichtet, müsse eine dieser schönen Ex-Missen spielen, Johnny so traurige Augen haben wie der Batman-Darsteller: Selbstreflexiv ist MARY & JOHNNY auch und sein Aussehen Lügen strafend streng kalkuliert und durchstrukturiert. Da besingen die grölenden Fussball-Fans Johnnys trauriges Schicksal, sind die Dialogoe, so locker sie sprudeln, garantiert nicht improvisiert. So ist MARY & JOHNNY, nachtdunkel, unglücklich endend, "schmutzig" wie es Schweizer Filme heute kaum noch sind. Und gerade deswegen etwas vom Besten, was der Schweizer Film derzeit zu bieten hat. (Irene Genhart)
Aargauer Zeitung: Der perfekte Sommerstreifen
Auf MARY & JOHNNY haben Schweizer Filmfans lange warten müssen Jetzt kommt das packende Grossstadt-Drama in die Kinos. Dass Zürich wo der Film von Samuel Schwarz und Julian M. Grünthal spielt gleich zu Beginn als "seelenloses reiches verpisstes Kaff am Fuss der Glarner Alpen" beschimpft wird passt zum rotzigen Ton des Streifens. Nett ist hier niemand. MARY & JOHNNY wartet zudem mit einem treibenden Soundtrack und durchwegs überzeugenden Schauspielern auf.
Annabelle: MARY & JOHNNY
Die Story ist keine jener für den Schweizer Film so typischen auf dem Reissbrett entworfenen moralischen Komödien, sondern eine Nacht die dem Leben entrissen ist. Mary, Verkäuferin in einem
Elektronik-Discounter, trennt sich am Zürifäscht aus einer Laune heraus von ihrem Freund, worauf die Nacht zwischen Raves und bierseligem WM Fussballfieber ihren unheilvollen Lauf nimmt. Die libidogesteuerte Hauptfigur wird von Nadine Vinzens mehr als überzeugend gespielt. Die Figuren sind authentisch, gerade weil sie irrational handeln, so wie viele durch ihr halbes Leben torkeln: auf der Suche nach dem persönlichen Glück, das oft nocht mehr als ein bisschen Spass ist.
St. Galler Tagblatt: Verlorene Liebe am Züri-Fäscht
Als dreckigen kleinen Film gedreht mit einem iPhone und direkt und roh wie die frühen De-Niro Filme stellt sich der erzählende Mischa die Geschichte zu Beginn vor Und genau so ist MARY & JOHNNY geworden, der ganz ohne öffentliche Fördergelder entstand. Nichts wirkt gestellt, weit entfernt von biederer und glattpolierter Kinokost ist dieses Début, das in nur neun Nächten, drei davon auf dem Züri-Fäscht, gedreht wurde. Unverbraucht ist die Bildsprache, nah an den Figuren ist die agile Handkamera und fängt mitreissend die Partystrimmung mit Rummelplatz, Flugshow, Feuerwerk, Rave-Party und WM-Spiel ein.
Samuel Schwarz
Geboren 1971 in Langnau im Emmental. 1994-98 Regiestudium ZHdK (Zürcher Hochschule der Künste). 1999 Gründung von 400asa. Diverse Regiearbeiten an Theaterhäusern in Schweiz, Deutschland, Österreich, Slowenien und China. 2006 Gründung der Kamm(m)acher GmbH.
2011 MARY AND JOHNNY
2004 EIN TOR FÜR DIE REVOLUTION
2002 AUFSTAND DER UNANSTÄNDIGEN
1999 EDEN
1994 LDP IN AMERICA
Julian Grünthal
Geboren 1981 in Freiburg im Breisgau (DE). 2001-05 Theaterausbildung an der ZHdK (Zürcher Hochschule der Künste). Mitglied des Kollektivs 400asa. Mitgründer der Gruppe Grenzgänger. Seit 2001 arbeitet als Theaterregisseur.
2011 MARY & JOHNNY
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- P.S.: Schmerzgrenze 2012-07-10
- NZZ: Mit einem Touch Horváth 2012-07-10
- Filmdienst: Ein frecher, schmutziger, kluger, schneller Rummel(platz)-Film 2012-07-10
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- St. Galler Tagblatt: Verlorene Liebe am Züri-Fäscht 0000-00-00
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Preis: 30.00 CHF
An Lager
DVD5
PAL 16:9
Region 2
FSK: 12+
Sprachen: Schweizerdeutsch
Untertitel: Deutsch Français English
Mary & Johnny
CH 2011 77'
Regie: Samuel Schwarz, Julian Grünthal
Drehbuch: Samuel Schwarz
Kamera: Quinn Reimann
Ton: Ivo Schläpfer, Daniel Hobi, Jean-Pierre Gerth, Michael Sauter
Ausstattung: Michael Baumgartner, Frederik Kunkel
Schnitt: Rolf Lang
Kostüme: Silvia Frei
Musik: Michael Sauter
Produktion: Kamm(m)acher GmbH, Samuel Schwarz, Judith Lichtneckert
Mit: Nadine Vinzens, Philippe Graber, Nils Althaus, Andrea Zogg, Jaap Achterberg, Gina Gurtner, Marcus Signer
Stichworte
Zürich
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