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Letter to Anna (Ein Artikel zuviel)
CH 2008 82'
Regie: Eric Bergkraut
Drehbuch: Eric Bergkraut
Kamera: Laurent Stoop
Ton: Roberto Fillaferro, Ismail Turkov
Schnitt: Vendula Roudnicka
Musik: Marie-Jeanne Serero
Produktion: p.s. 72 productions
Stichworte
Russland
Journalismus
Tschetschenien
Politik
Dokumentarfilm
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Letter to Anna
The Story Of Journalist Politkovskaya’s Death
Eric Bergkraut
Am 7. Oktober 2006 wird Anna Politkovskaja im Aufzug ihres Moskauer Wohnhauses erschossen. Ihr Tod ist ein persönliches Drama, aber auch ein politischer Akt. Wie konnte es so weit kommen, dass diese elegante Frau, die stets auf der Seite der Schwachen und Rechtlosen stand, kaltblütig erschossen wurde? LETTER TO ANNA ist eine persönliche Spurensuche und zugleich ein politischer Film.
Eric Bergkraut
Geboren 1957 in Paris, Frankreich. 1961 Übersiedlung in die Schweiz. Ausbildung zum Schauspieler an der Schauspielakademie Zürich. Als Schauspieler Engagements am Theater sowie für Film und Fernsehen. Seit 1988 Autor von Reportagen für die Wochenendbeilage der NZZ. Seit 1991 freier Mitarbeiter bei SF DRS (Schweizer Fernsehen DRS), zahlreiche Reportagen.
2010 ZIMMER 202
2008 LETTER TO ANNA
2006 DER HEXER AUS DEM ENTLEBUCH
2006 AGOTA KRISTOF, 9 ANS PLUS TARD
2005 COCA - DIE TAUBE AUS TSCHETSCHENIEN
2003 DER FLIEGENDE ABT
2002 SPRENGE DEINE GRENZEN
2002 PINKAS BRAU, GESICHTER EINES SPIELERS
1999 DIE 6. KLASSE -18 SCHÜLER AUS 13 NATIONEN
1998 KONTINENT K.
1997 DAS GUTE LEBEN IST NUR EINE FALLE
1996 EINE REISE IN DEN TOD
1992 GÖSCHENEN - DREI MINUTEN AUFENTHALT
1991 OGGI SIAMO TUTTI UN PO' BENE
News
- LETTER TO ANNA von Eric Berkraut am 8. März auf 3sat 2009-03-08
- Ausgewählte Filme an den Solothurner Filmtagen Donnerstag 22. Januar 2009 2009-01-22
- Ausgewählte Filme an den Solothurner Filmtagen Mittwoch 21. Januar 2009 2009-01-21
- Schweizer Filme in Nyon am 22. April 2008-04-22
- Cineuropa: LETTER TO ANNA reçoit le Prix Vaclav Havel 2008-03-13
- LETTER TO ANNA - EIN ARTIKEL ZUVIEL von Eric Bergkraut am 4. März auf SF1 2008-03-04
- Vorpremiere von LETTER TO ANNA in Berlin 2008-02-07
- Swissinfo: Kein Artikel zuviel über Anna Politkowskaja 2008-02-03
- Vorpremiere von LETTET TO ANNA in Berlin 2007-02-07
- Vorpremiere von LETTET TO ANNA in Berlin 2007-02-07
Internet
- Reporters sans frontières: Russia - Annual report 2007
- SWISS FILMS: LETTER TO ANNA
- Sélection Visions du Réel Nyon
- Visions du Réel Nyon Fiche du film
Kommentare
Ein wesentlicher Unterschied zwischen Ursula Lehmann und Anna Politkovskaja ist, dass letztere umgebracht wurde, und die These des Mordes als Provokation erscheint zumindest abenteuerlich.
Reporters sans Frontieres in ihrem Jahresbericht 2007 zur Situation der Journalisten in Europa: "The situation was grim in Russia, where campaigning reporter Anna Politkovskaya became the third journalist to be murdered during the year on 7 October, after Yevgeny Gerasimenko and Ilya Zimin, Moscow correspondent for the nationwide NTV network. Twenty-one journalists have now been killed since President Vladimir Putin came to power in March 2000. New media takeovers by firms close to the Kremlin and lack of broadcast news diversity showed Putin’s determination to increase his control of the media."
artfilm 2008-02-19 Tweet
Eric Bergkraut geht als des Russischen nicht Mächtiger engagiert und liebevoll, aber gerade dadurch auch vollkommen naiv an die Sache heran.
Schon zu Beginn des Filmes lässt er einen Anschuldiger zu Wort kommen, der Präsident Putin als Hintermann des Mordes bezeichnet. Diese für jeden, der mit den russischen Gegebenheiten wirklich vertraut ist, vollkommen bizarre These, wird einen Film lang unhinterfragt und unwidersprochen stehengelassen. Alles, was die verkürzte Weltsicht vom bösen Regime und den unterdrückten Untertanen, von den lieben Tschetschenen und den bösen Russen, der mutigen Journalistin und ihren finsteren Widersachern stützt, wird breit präsentiert und nicht hinterfragt. Politkovskajas aufgeregter, nicht immer sachkundiger, aber stets irgendjemanden anprangernder Schreibstil wird nicht hinterfragt, es wird nicht gefragt, wieso sie in Russland kaum gelesen wurde und wird.
Die Aussagen von Kriminellen und Provokateuren wie Beresovskij oder Kasparov werden dafür für bare Münze genommen, wo doch zumindest einige Wahrscheinlichkeit besteht, dass gerade der Beresovskij-Clan die Politkovskaja hat umbringen lassen, um damit die Russische Regierung in Verruf zu bringen.
Der Film ist vielleicht ein persönliches Bild der Politkovskaja. Beim Versuch, die politischen und gesellschaftlichen Umstände mit einzubeziehen, scheitert er kläglich, weil das Wissen des Autors über das heutige Russland gegen Null strebt und sich aus der Propagande unserer Journaille nährt. Er wird damit selber zur Propaganda und verkauft sich den nicht durchschauten Interessen seiner Geldgeber und eines Teils seiner Interviewpartner.
Ein aktuelles Beispiel:
In Tschetschenien findet ein erfolgreicher Aufbau statt mit russischen Bundesgeldern. Die Menschen haben endlich wieder eine Perspektive, sind des Bürgerkieges müde.
Die Journalistin Barbara Lehmann, die das belegte, filmte, schrieb, wird aus unseren Medien weggemobbt. Keine Fernsehstation in Europa wollte ihren Beitrag. Nur die NZZ druckte eine Seite. Lesungen von ihr werden massiv gestört, sie wird von Zuhörern beschimpft und von Journalistenkollegen angegriffen. Hier! Bei uns!
Frau Lehmann ist die Politkovskaja von heute und von uns.
Stichworte: Politkovskaja Propaganda Anti-Russland-Film
Peter Bitterli 2008-02-17 Tweet



