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Kein Chef und viel Ferien
CH 2010 52'
Regie: Jeanne Berthoud
Drehbuch: Jeanne Berthoud, Louis Mataré
Kamera: Louis Mataré
Ton: Olivier JeanRichard
Produktion: Lomotion

Stichworte
Arbeit
Dokumentarfilm

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Kein Chef und viel Ferien

oder der (Alb)Traum der Selbständigkeit

Jeanne Berthoud

Pro Tag werden in der Schweiz im Durchschnitt 150 neue Firmen ins Handelsregister eingetragen. Im ersten Quartal dieses Jahres wurde mit über 12‘000 Firmengründungen ein neuer Rekordwert erreicht. Welche Geschichten und Schicksale, welche Träume und Ängste verbergen sich hinter diesen Zahlen?

Der Film begleitet drei Menschen während zwei Jahren auf ihrem Weg in die berufliche Selbständigkeit. Sei es ein lang gehegter Wunsch, der einzige für sie noch gangbare Weg oder eine Herausforderung, welche sie an sich stellen – sie beweisen Mut und wagen den Schritt in eine für sie neue Richtung. Hoffnungen und Wünsche werden mit der Realität konfrontiert, auf Erfolge folgen Momente der Ernüchterung und Zweifel, eine Berg- und Talfahrt mit unsicherem Ausgang. Und ständig lauern die Fragen: Ist es wirklich das, was ich mir erhofft und erträumt hatte? Ist es die Entbehrungen wert? Bin ich stark genug? Schaff ich es?

Ein paralleler Erzählstrang begleitet einen Lehrling des Konkursamtes in den ersten Jahren in seinem Beruf. Er lernt die Selbständigkeit quasi von der Kehrseite her kennen, durch all die Firmen, die es nicht geschafft haben und aufgeben mussten. Wie ein Damoklesschwert hängt sich dieser zweite Erzählstrang in den Film, schafft Zusammenhänge und setzt prägnante und ironische Kontrapunkte.

Ein temperamentvolles, mit überraschenden Schnitten, Wendungen und Widersprüchen aufwartendes, zwischen Witz und Nachdenklichkeit pendelndes Stimmungsbild aus der Welt der Schweizer Kleinunternehmen schwebt mir vor: Der Basis der Schweizer Wirtschaft. Ein Eintauchen in den bewegten Geschäftsalltag junger Firmen, navigierend zwischen Selbstverwirklichung und Konkurs.

Jeanne Berthoud

* 1971 Bern. Studium an den Universitäten Bern und Freiburg in den Fächern Theaterwissenschaft, Russisch und Journalismus. Diplom als Regisseurin im audiovisuellen Bereich Ecole cantonale d’art de Lausanne ECAL. Seit 1998 Freischaffende Filmregisseurin.

2009 KEIN CHEF UND VIEL FERIEN
2006 GOTTESDIENST
2005 HORS TEMPS - DES CHOMEURS SUISSES EN RUSSIE
2004 DAS AUFGEBOT - LE JOUR DE LA MOB
2002 SWISS MADE
2002 ZUKUNFTSMUSIK
1998 DARF ICH MAL SCHREIEN

Internet

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