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Les hommes du port - Une ville à Chandigarh

Alain Tanner

Les hommes du port

Gesten einer anderen Welt Im Alter von 22 Jahren reiste Alain Tanner nach Genua und arbeitete für eine Reederei. In einem traumhaft sanften Essay kehrt er nun zurück und denkt über beobachtete Veränderungen im Arbeitsleben und beim Filmen nach. Es ist, als würden sie ein Orchester dirigieren, die Hände der Docker von Genua. Dabei dirigieren sie den Kranführer, der die schweren Container aus- und einlädt. Der Filmemacher ist ein Augenmensch, der eine Bilder-Ode an den Hafen von Genua singt, seine Menschen, ihre Arbeit, ihr Verhältnis zur Arbeit, ihre Solidarität - untermalt von Arvo Pärts «Fratres» und «Tabula Rasa». Ausgangspunkt war ein Auftrag, der ursprünglich an verschiedene Regisseure ergangen war und nur von einem auch wirklich realisiert wurde: Vom Binnenländer Alain Tanner. Jeder Regisseur hätte das filmische Porträt eines selbstgewählten Hafens gestalten sollen. Tanner hat Genua gewählt, weil er hier vor 40 Jahren auf der Flucht vor der Sesshaftigkeit eine Arbeit antrat. Ursprünglich hoffte er, den Hafen als Sprungbrett für Fahrten in die weite Welt benutzen zu können. Doch er blieb sess-haft, den Blick aufs jenes Meer gerichtet, das später in mehreren seiner Filme wieder auf-tauchen sollte. LES HOMMES DU PORT wirkt federleicht, trotz der gewichtigen Lasten, die da verschoben werden. Nicht nur Container und Frachtriesen, auch Gedanken zur Arbeitswelt, zum Klima unter den Dockern, die ihre Arbeit vom Vater zum Sohn übertragen und: als Freiheit empfinden. Es ist die Würde, die diese Männer ausstrahlen. Es ist ihre Schönheit, die geradezu betörend wirkt, es sind ihre Sätze, wie sie ohne grosse Worte vom Wesentlichen reden. Und wenn dies alles nicht zum nostalgischen Kitsch gerät, so ist es das Verdienst des Filmemachers, der die Erfahrung der Docker mit seiner eigenen Arbeit zu verknüpfen versteht. Auch Tanner redet in der ersten Person, spricht seinen Kommentar selber.
Walter Ruggle

Une ville à Chandigarh

Nachdem ein Teil der Provinz Pandschab 1947 dem neugeschaffenen Staat Pakistan zugeschlagen worden war, begann Albert Mayer mit der Planung einer neuen Hauptstadt für den bei Indien verbliebenen Teil. Ab 1950 war Le Corbusier für die Gesamtplanung und insbesondere für die repräsentativen Großbauten des Regierungsviertels verantwortlich. Ein Jahr nach dessen Tod drehte Alain Tanner seinen Film. Zu diesem Zeitpunkt war manches noch im Bau oder erst in Planung, doch lebten bereits 120'000 Einwohner in der neuen Metropole. Architektonisch eine der modernsten Städte, wurde Chandigarh in archaischer Weise von Hand gebaut. Die Impressionen aus dieser horizontalen, durchgrünten Stadt – Backstein ließ eine vertikale Entwicklung nicht zu – sind in langen Einstellungen und manchen Travellings eingefangen. Der Kommentar von John Berger stellt die visuelle Schönheit der vorgefundenen Realität in größere Zusammenhänge: das Klima hat die Entscheidungen der Planer stark beeinflusst, während es umgekehrt die neue Stadt, so Berger, nicht geschafft habe, die alten sozialen Regeln über Nacht zu durchbrechen. Diese bestimmen weiterhin Schulbildung sowie Verdienstmöglichkeiten, und den Bauarbeitern ist es nicht möglich, in jenem Chandigarh, das sie aufbauen, selber zu wohnen. Doch der Film teilt den Optimismus von Le Corbusier, etwa in der Einschätzung, die Architektur könne den Menschen helfen, ihre Vorstellungen zu klären, Unterscheidungen zu treffen und (neue) Verknüpfungen herzustellen. Auch wenn dies möglicherweise erst langfristig Auswirkungen haben kann.

Alain Tanner

2004 PAUL S'EN VA
2002 FLEURS DE SANG
1999 JONAS ET LILA, A DEMAIN
1998 REQUIEM
1995 FOURBI
1994 LES HOMMES DU PORT
1993 LE JOURNAL DE LADY M.
1991 L'HOMME QUI A PERDU SON OMBRE
1989 LA FEMME DE ROSE HILL
1987 LA VALLEE FANTOME
1986 UNE FLAMME DANS MON COEUR
1985 NO MAN'S LAND
1983 DANS LA VILLE BLANCHE
1981 LIGHT YEARS AWAY - LES ANNEES LUMIERE
1978 MESSIDOR
1977 TEMPS MORT
1976 JONAS QUI AURA VINGT-CINQ ANS EN L'AN 2000
1974 LE MILIEU DU MONDE
1973 LE RETOUR D'AFRIQUE
1971 LA SALAMANDRE
1968 CHARLES, MORT OU VIF
1968 DOCTEUR B., MEDECIN DE CAMPAGNE
1966 UNE VILLE A CHANDIGARH
1964 LES APPRENTIS
1962 L'ECOLE
1961 RAMUZ, PASSAGE D'UN POETE
1957 PICADILLY LA NUIT
1957 NICE TIME

Coffret
ALAIN TANNER (5 DVD)

Livres
2007 CINE-MELANGES
1984 A POSSIBLE CINEMA by Jim Leach
1976 Scénario JONAS QUI AURA VINGT-CINQ ANS EN L'AN 2000

News

Internet

EAN 7640117980616
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Les hommes du port
CH 1995 64'
Regie: Alain Tanner
Kamera: Denis Jutzeler
Ton: Henri Maïkoff
Schnitt: Monica Goux
Musik: Arvo Pärt
Produktion: Les films du Cyclope, Thelma Film

Une ville à Chandigarh
India/CH 1965
Regie: Alain Tanner
Drehbuch: Alain Tanner, John Berger
Kamera: Ernest Artaria
Produktion: Alain Tanner, Ernest Artaria

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