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Herr Zwilling und Frau Zuckermann

Volker Koepp

Grand Prix Visions du Réel 1999

Czernowitz, im Westen der Ukraine, war einst Zentrum jüdischer Kultur in der Bukowina, einer Grenzlandschaft, die über die Jahrhunderte vom Vielvölkergemisch geprägt war. Die jüdische Bevölkerung machte zeitweilig die Hälfte der Einwohnerschaft aus, es überlebten nur wenige die von Deutschen und Rumänen 1941 verordnete Deportation in die Lager Transnistriens.

Im Mittelpunkt des Films stehen Herr Zwilling und Frau Zuckermann, die zu den letzten noch im alten Czernowitz geborenen Juden gehören. Beide verbindet neben ihrer Freundschaft nicht zuletzt die deutsche Sprache. Täglich besucht Herr Zwilling in den Abendstunden die 90jährige Frau Zuckermann. Man spricht über frühere Zeiten, das gemeinsam Erlebte, über Politik und Literatur und die alltäglichen Sorgen.

In den Lebensgeschichten dieser beiden Menschen steckt das Elend dieses Jahrhunderts. Mit ihren Erinnerungen verknüpft der Film Episoden aus dem jüdischen Leben im heutigen Czernowitz, das sich mit Ende der Sowjetunion erstmalig wieder regt.

«Herr Zwilling, mein Ritter ohne Furcht und Tadel, kommt seit sechs Jahren zu mir ins Haus», sagt Frau Zuckermann, «und jeden Abend mit einer Hiobsbotschaft, und ich muss ihm einreden: Morgen wird es besser!» Die alte Dame fläzt sich in ihren Liegesessel, Strickjäckchen zugeknöpft, Arme über den Brust verschränkt. Am Ofen höckelt der um 23 Jahre jüngere Herr Zwilling. Er hat alle Namen und Daten aus seinem Leben im Kopf: «Ich bin leider ein Pessimist, der fast immer recht hat.» «Und ich lass das nicht gelten, um keinen Preis», entgegnet Frau Zuckermann. Sie hat vom Schlimmsten gesehen, was es in ihrem Jahrhundert zu sehen gab: «Noch einmal einen Hitler und einen Stalin wird es nicht geben.» «Es kommt ja wahrscheinlich ein schwerer Winter», meint Herr Zwilling. Auf dem verwilderten jüdischen Friedhof von Czernowitz ragen die Steine als Skyline über den Horizont.
Aus welchem Spielfilm stammen solche Dialogfetzen? Aus «Herr Zwilling und Frau Zuckermann» von Volker Koepp. Es ist ein Dokumentarfilm, vielleicht sein berühmtester. Allen, die ihn gesehen haben, leuchten die Augen. Koepps Filme machen süchtig.
Martin Waldner, NZZ

Volker Koepp

2007 HOLUNDERBLÜTE
2007 SÖHNE
2005 SCHATTENLAND – REISE NACH MASUREN
2005 POMMERLAND
2004 DIESES JAHR IN CZERNOWITZ
2002 UCKERMARK
2001 KURISCHE NEHRUNG
1999 HERR ZWILLING UND FRAU ZUCKERMANN
VOLKER KOEPP KOLLEKTION
DOKUMENTARISCH ARBEITEN: VOLKER KOEPP: DIE DINGE DES LEBENS
1991 MÄRKISCHE GESELLSCHAFT MBH
1990 MÄRKISCHE HEIDE, MÄRKISCHER SAND
1989 MÄRKISCHE ZIEGEL



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EAN 4040592002286
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 Herr Zwilling und Frau Zuckermann

Preis: 35.00 CHF
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DVD5
PAL 4:3
Region 2
FSK: 0+

Sprachen: Deutsch Hebraic Jiidisch Russian Ukranian
Untertitel: Deutsch Français English

Herr Zwilling und Frau Zuckermann
CH 1999 127'
Regie: Volker Koepp

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Juden
Deutschland
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Ukraine
Dokumentarfilm

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